COP27 – das Kamel von Verlust und Schaden hält Einzug bei den Gesprächen

David Wojick

Ägypten ist das Land der Kamele, und so ist es nur angemessen, dass die lange erwartete Kamelnase des großen Traums von grünen Verlusten und Schäden endlich auftauchen dürfte. Wir sprechen hier von potenziell ungezählten Billionen Dollar, die von den Industrieländern in die Entwicklungsländer fließen. Eine atemberaubende Aussicht.

Für diejenigen, die es nicht mitbekommen haben, hier eine kurze Zusammenfassung von „Loss and Damage“ im UN-Jargon aus meinem Einführungsartikel:

Verlust und Schaden ist der 9.000 Pfund schwere Gorilla. Es bedeutet, dass Amerika und der Rest der Industrieländer die Entwicklungsländer für all die schlimmen Dinge entschädigen werden, die der Klimawandel ihnen antut. Verlust bezieht sich auf Dinge, die nicht repariert werden können, wie Tod oder eine zerstörte Ernte, während Schaden Dinge sind, die wieder aufgebaut werden können, wie eine zerstörte Stadt.

Da alles schlechte Wetter nun dem Klimawandel zugeschrieben wird, müssten wir für alles bezahlen. Ich denke mir das nicht aus. Der Versicherungsschutz umfasst kurzfristige Ereignisse wie Wirbelstürme oder Überschwemmungen sowie langwierige Ereignisse wie Dürreperioden. Nicht wetterbedingte Ereignisse wie Seuchen, Pandemien und Waldbrände sind wahrscheinlich ebenfalls eingeschlossen.

Zur Einstimmung hier eine aktuelle Schlagzeile von Bloomberg: „USA unterstützen Gespräche über Klimareparationen beim UN-Gipfel in Ägypten“.

Bloomberg ist sehr grün, daher ist dies in mehrfacher Hinsicht stark übertrieben, aber es trifft den Kern der Sache. Erstens bedeutet „USA“ in diesem Falle die Regierung Biden, nicht den Kongress und schon gar nicht Amerika. Zweitens geht es um Entschädigung und nicht um Reparationen, zumindest im Moment. Reparationen wären für vergangene Schäden, die vermutlich bis zum Beginn der angeblich vom Menschen verursachten Erwärmung und der industriellen Revolution zurückreichen. Wir zahlen für den Fortschritt.

Darüber hinaus sind Schäden und Verluste schon seit einiger Zeit Thema auf der COP. Auf der COP19 im Jahr 2013 wurde der großartig benannte „Warsaw International Mechanism for Loss and Damage associated with Climate Change Impacts“ (Warschauer Internationaler Mechanismus für Verluste und Schäden im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Klimawandels) ins Leben gerufen, der einfach als WIM bezeichnet wird. (Seine Aufgabe war es, über Verluste und Schäden zu reden, was in den darauffolgenden neun Jahren oft geschah, ohne dass ernsthafte Maßnahmen ergriffen wurden).

Was jetzt neu und sehr gefährlich ist, ist das Thema, über das gesprochen wird. Es ist das, was im UN-Jargon „Facility“ genannt wird. Hierbei handelt es sich um einen Mechanismus, bei dem die Industrieländer Geld einzahlen und die Entwicklungsländer es herausnehmen. Dies wird als „Finanzierung“ bezeichnet.

Es gibt bereits Möglichkeiten zur Abschwächung (insbesondere zur Reduzierung der Emissionen) und zur Anpassung (an den Klimawandel). Jetzt wird ein Mechanismus für Verluste und Schäden vorgeschlagen, über die offenbar tatsächlich verhandelt werden soll. Sollte es dazu kommen, würde die Frage auf dem Tisch liegen, ob ein solcher Mechanismus geschaffen werden soll oder nicht. Die Leute von Biden haben sich bereit erklärt, zumindest darüber zu sprechen, und das ist neu.

Der Haken an der Sache ist, dass mit der Einrichtung dieses Mechanismus‘ offiziell bescheinigt wird, dass Amerika und die anderen Industrieländer tatsächlich für die schädlichen Auswirkungen des Klimawandels in den Entwicklungsländern verantwortlich sind. Die Industrieländer haben diese Verantwortung nie einstimmig anerkannt, und COP-Beschlüsse müssen einstimmig sein.

Auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch keine Gelder zugesagt sind, kommt das Kamel ins Zelt. Und wie die Metapher schon sagt, ist das Kamel viel größer als das Zelt und wird es zerstören. Ich habe Schätzungen von Verlusten und Schäden gesehen, die im Laufe der Zeit das gemeinsame BIP der Industrieländer übersteigen. Im Prinzip könnten wir dadurch bankrott gehen.

Realistischer betrachtet, wirft die Einrichtung einer Fazilität für Verluste und Schäden sofort Monsterfragen wie diese auf:

A. Was hat jedes Entwicklungsland im letzten Jahr unter dem Klimawandel erlitten?

B. Wie hoch sind die Kosten, einschließlich der verlorenen Menschenleben?

C. Wie viel davon werden die Industrieländer bezahlen?

Man beachte, dass es bereits eine umfassende (angebliche) Wissenschaft namens „Attribution“ gibt, die behauptet, die erste Frage beantworten zu können.

Es handelt sich also nicht nur um einen weiteren skurrilen grünen Traum vom Reichtum, der auf der COP27 zur Debatte steht. Die Fähigkeit, diese absurden Fragen offiziell zu stellen, steht zur Disposition. Eine solche Entscheidung zugunsten von Loss and Damage könnte auch zu einer Vielzahl von Rechtsstreitigkeiten gegen die Industrieländer führen.

Werden die Teams der Industrieländer gemeinsam zugeben, das schlechte Wetter in der Welt verursacht zu haben? Eine unvorstellbare Haftung droht.

Autor: David Wojick, Ph.D. is an independent analyst working at the intersection of science, technology and policy. For origins see http://www.stemed.info/engineer_tackles_confusion.html For over 100 prior articles for CFACT see http://www.cfact.org/author/david-wojick-ph-d/ Available for confidential research and consulting.

Link: https://www.cfact.org/2022/10/28/cop27-the-camels-nose-of-loss-and-damage-enters-the-talks/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

FreeSpeech

FreeSpeech.international - Texte und Cartoons zur Meinungsfreiheit