Corona-Kreuz-Cocktail: Geschüttelt, nicht gerührt

Auch der Kreuz-Cocktail aus diversen Impfstoffen verspricht ein Ende der Pandemie.

Omikron kommt – und endlich einmal reagieren Politik und Behörden auf Augenhöhe mit der gefährlichen Mutante. Vor die Welle kommen, das hatte der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach von Anfang an als Devise ausgegeben – mit Erfolg: Im ersten Bundesland müssen impfwillige Bürgerinnen und Bürger bereits nicht mehr die bisher vorgeschriebenen sechs und auch nicht mehr die von der Wissenschaft empfohlenen fünf Monate warten, ehe sie sich einen erneuten  Booster gegen das Corona-Virus holen können. In Nordrhein-Westfalen ist der Mindestabstand zwischen zwei hochwirksamen Vakzin-Gaben auf vier Wochen festgelegt worden.  

Vier Wochen bis zur Immunität

Das Gesundheitsministerium des Landes erlaubt die lebensrettende dritte Spritze damit wesentlich früher als alle anderen Bundesländer und Staaten der Welt, per Experimentalerlass, wie es in Düsseldorf heißt. „Impflinge“ (DPA), die sich bei den Impfstellen von Kommunen und Kreisen melden und um einen Auffrischungspiks bitten, werden ab sofort bereits nach vier Wochen bedient. Mit diesem Erlass hofft die Landesregierung in Düsseldorf, die vierte Welle brechen und gegen den von illegalen Demonstranten häufig gewalttätig mit Fackeln erweckten Eindruck animpfen zu können, dass die Corona-Impfstoffe bestenfalls recht wirkungslos seien. Niemand, der einen dritten Piks wolle, werde abgewiesen, sagte eine Sprecherin. 

Wissenschaftlernden zufolge könnte es sei, dass die dritte Impfung in so kurzem Abstand gut verträglich und sehr hoch hochwirksam sei. Als sicher gilt ein bis zu 92,33 Prozent hoher Virenschutz, der im Durchschnitt auch gegen die gefürchtete milde Omikron-Variante helfen könnte. Eine Testung wäre dann nicht mehr nötig, dreifach Geimpfte – im Fachjargon „Triple Shots“ oder auch einfach „TS“ genannt – könnten wieder bedenkenlos als immun gezählt werden.

Triple Shots mit einem Schlag

Im politischen Berlin wird aber derzeit an einer langfristigen Impflösung geschraubt. Weg vom ständigen Nachregeln, vom Verlängern und und Verkürzen der Impfabstände je nach Vakzinversorgungslage und Frontstellung im Bundestag, das ist das Ziel, das die Jamaika-Regierung bis zum Beginn von Welle 5 kurz vor Ostern unbedingt erreichen will. Nachdem die Impflogistik in Rekordzeit aus der von der Vorregierung hinterlassenen Trümmern wiederaufgebaut werden konnte, geht es nun darum, die Wirksamkeit der Blitz-Boosterung zu multiplizieren. 

Statt wilder Wechsel zwischen sehr gut hochwirksamen und gut verträglichen Impfstoffen von AstraZeneca hinüber zu deutliche verträglicheren und sehr viel hochwirksameren von Biontech und Moderna, sieht die nächste Phase der Impfkampagne sogenannte Kreuz-Cocktail-Impfungen vor. Dazu werden zu verabreichende Impfdosen aus allen derzeit in der EU zugelassenen hochwirksamen Impfstoffen ad hoc im Laborkolben kombiniert. Je ein Anteil Comirnaty, ein Anteil Spikevax und ein Restanteil Vaxzevria bilden nach der Gebrauchsanweisung des Hans-Hansemann-Instituts und der Bundesmischkommission (MiKo) die Grundmischung. Darauf kann, je nach Verfügbarkeit, weiterhin Johnson&Johnson, Sputnik 5, aber auch ein Tropfen der in Brasilien mit großem Erfolg verwendeten  chinesischen Vakzine gerührt werden, die in der EU noch auf ihre Zulassung warten. 

Kreuz-Cocktail senkt Aufwand

Geschüttelt, nicht gerührt, spart der Kreuz-Cocktail hohen Aufwand in der Impfkampagne. Jeder Impfling kann nach einem Piks wenigstens dreimal gezählt werden. Zudem erhöhe sich die Hochwirksamkeit der Schutzwirkung, die durch die Omikron-Mutante zuletzt vom nahezu hundert Prozent um das Vierzigfache  gefallen war, auf das das bis zum 270.003-fache. Nach den Vorgaben für Kontrollen an Gaststätteneingängen, Theaterkassen und Stadien tritt die Schutzwirkung gegen schwerste und schwerere Fälle bereits nach etwa 24 Stunden bis sechs Wochen nach der Erst- oder Reinfektion ein, so dass Omikron spätestens mit Auftauchen von Pi, Rho oder Ypsilon Geschichte wäre.

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