Dass Deutschlands Infrastruktur verrottet ist und nicht einmal die Alarmanlagen funktionieren, hat nicht die Politik, sondern alleine der Klimawandel verschuldet

Gastautor Helmuth Kuntz

Fällt es auf? Die Welt geht gerade wieder wegen dem Klimawandel unter. Woran mag das liegen? Klar, es war „Petersberger Klimadialog“, auf dem 40 Staaten vorab um die Klima-Reparationszahlungen der reichen, westlichen Länder feilschten.
Vereinte Nationen UNRIC: 13. Petersberger Klimadialog: Startschuss für UN-Klimaverhandlungen
Neben den größten CO2-Emittenten wie den USA, China und Indien sitzen auch stark betroffene Inselstaaten wie die Marshallinseln mit am Verhandlungstisch. Neben Emissionsminderung und Anpassung steht auch eine langjährige Forderung vieler von der Klimakrise besonders betroffener Staaten auf der Agenda: Finanzielle Unterstützung bei der Bewältigung von Schäden und Verlusten infolge des Klimawandels.
Damit dieses Geld allerdings (wenigstens aus Deutschland) problemlos abfließen kann, müssen „Wissenschaftler“ die erforderlichen Reparations-Begründungen liefern. Damit diese pünktlich zu den Veranstaltungen eintreffen, werden solche inzwischen vorsichtshalber von Bundesämtern beauftragt. Als „Bonus“ im aktuellen Bericht wurde zudem „entschieden“, diesmal zu demonstrieren, wie schlimm auch Deutschland als Gastgeberland unter dem Klimawandel leidet.

Jährliche 6,6 Milliarden EUR Klimakosten …

sind gemessen am Bruttoinlandsprodukt von Deutschland im Jahr 2021 mit 3.570 Milliarden EUR 0,185 %. Von den direkten Staatsausgaben von 1.762,4 Milliarden Euro sind es 0,34 %. Und selbst dies Wenige nur, wenn die Schadens-Zuweisungen zum Klimawandel stimmen würden.

Um von diesem Wenigen in Zukunft noch etwas einzusparen, will die Ampel zusätzlich zur EU viel Geld in die Hand nehmen und alleine in den nächsten vier Jahren 200 Milliarden EUR ausgeben.
MDR AKTUELL, 08. März 2022: Die Bundesregierung will bis 2026 rund 200 Milliarden Euro für den Klimaschutz ausgeben. Darauf haben sich Finanzminister Christian Lindner (FDP) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in den Verhandlungen über den Haushalt 2022 und die Planung für die Folgejahre geeinigt.

In welcher Größenordnung die wahren Kosten für die Bürger liegen, konnte man am 22.Juli in den Zeitungen lesen. Die Förderbank KfW rechnet bis zum Jahr 2045 mit 190 Milliarden Euro Klima-Maßnahmenkosten – jährlich.
Das sind allerdings nur die Kosten im eigenen Land. Dazu kommen noch die „Klimaschäden-Reparationskosten“ an alle sich als betroffen meldenden Länder.
Mit diesem Geld – weitergeführt bis zum Jahr 2100 – kann Deutschland am Ende die Globaltemperatur um insgesamt irgendwo zwischen 0,016 … 0,052 Grad „verringern“ und damit am wirklichen Klima mit Sicherheit absolut gar nichts verändern. WIN/WIN-Situationen stellen sich manche Bürger wohl etwas anders vor.

Vor allem ist damit noch nicht viel zum wirklichen Schutz vor Wetterextremen bezahlt, sondern lediglich typische GRÜNe Ampel-Klientelmaßnahmen:
MDR: Lindner zählte auf, was mit dem Geld finanziert werden soll: Minderung des CO2-Ausstoßes in der Industrie, Stärkung der Wasserstoffwirtschaft, Aufbau von Ladesäulen für Elektroautos.

Allerdings wird damit auch ein Meilenstein gelegt und die Delegitimierung des Staates wie wir ihn bisher kennen, seitens der Regierung – mit Unterstützung und Verkündigung durch die FDP – umgesetzt:
MDR: Insgesamt, so Lindner, handle es sich also nicht allein um Investitionen in die Energiewende, sondern um die „Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft in einem umfassenden Sinn“

Klimaopfer

An „Klimaopfern“ werden genannt:
Handelsblatt, 18.07.2022: Neben den 183 Menschen, die infolge der Hochwasserkatastrophe 2021 umkamen und damit mehr als bei allen anderen Stürmen, Hochwasserereignissen, Sturzfluten und ähnlichen Katastrophen seit 2000 zusammen, seien insgesamt „mindestens 7500 Todesfälle auf die außergewöhnlich hohe Hitze in den Jahren 2018 und 2019 zurückzuführen“, schreibt Prognos
Im prognos-Projekt selbst wird dies mit der folgenden Grafik gezeigt:

Bild 1 Hitzemortalität seit 2000 [6]

In der prognos-Studie [6] – die als Projekt bezeichnet wird – werden dazu seit 2020 ganz genaue, 30.775 „Klimaopfer“ gelistet ([6], Tabelle 3). Im Mittel wären das jährlich 1.465 statistisch durch den Klimawandel verstorbene Personen.

Im prognos Studie-Projekt fehlen jedoch:
Corona verursachte in Deutschland innerhalb von zweieinhalb Jahren gelistete 143.000 Todesfälle. Eine schwere Grippesaison wie 2017/18 hat nach Schätzungen rund 25.100 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. In Grippewellen zuvor waren es:
WIKIPEDIA: … in Deutschland zum Beispiel für die Wintersaison 1995/96 etwa 30.000 zusätzliche Todesfälle und für die Wintersaison 2012/2013 die Zahl von 29.000 Fällen ermittelt.

Dass die Grippewellen und auch „Corona“ mit ihren enormen Mortalitätszahlen fast nur im Winter „morden“, es also auch „Kälte-Mortalität“ gibt, interessiert die Studienautoren nicht. So etwas muss man anderswo lesen:
Nebelspalter, 1.2.2022: Der Klimawandel rettete über eine halbe Million Menschen
Die britischen Behörden rechnen vor, dass wegen höherer Temperaturen in den letzten 20 Jahren über 550’000 Menschen weniger gestorben sind, als erwartet werden konnte – allein in England und Wales. Die Erderwärmung entwickelt sich in gemässigten Zonen zu einem Segen.
[Link] EIKE 19.12.2019: Klimabericht 2019: Absolute Unkenntnis und/oder Falschinformation kennzeichnen unsere „Eliten“. Beispiel Hitzetote durch den „Klimawandel“ T2(2)

Selbst die ominösen „Feinstaubtoten“ überschreiten die „Klimawandelverstorbenen“ um ein Vielfaches:
In einer von der Süddeutschen hoch gelobten Studie wurde ermittelt:
SZ, 12. März 2019: Neue Studie: Mehr Tote durch schmutzige Luft als durch Rauchen
Weltweit ist nach Berechnungen der Mainzer Wissenschaftler mit 120 zusätzlichen Todesfällen pro 100.000 Einwohnern zu rechnen, in Europa beträgt die Quote 133 pro 100.000 Einwohner, in Deutschland sogar 154 pro 100.000.

Umgerechnet auf Deutschlands 83 Mio. Einwohner ergäbe dies 127.820 Feinstaubgemordete jährlich.

Insgesamt starben in den letzten 21 Jahren in Deutschland ca. 18 Mio. Personen, davon im Jahr 2021 laut statista 1.023.723.
Die seit dem Jahr 2000 als „Klimawandelopfer“ in der Studie gemeldeten, 30.775 „statistischen Leichen“ machen somit einen Anteil von 0,171 % an der Gesamtmortalität in Deutschland aus.
Aber das für alle Grünpflanzen lebenswichtige Düngegas CO2 muss für Billiarden EUR vermieden werden. Dümmer geht einfach nimmer.

Auch international sind die Verhältnisse nicht viel anders:

Bild 2 Quelle: International Desaster Database

Bild 3

Unsere Annalena, welche nicht davon lassen kann, ihr unverständliche Begriffe und Zahlen aufzuschnappen und dann mit eigenwilliger Interpretation wie eine wahre Eingebung in die Welt hinauszuposaunen, sagte zu solchen Zahlenverhältnissen:
Handelsblatt, 18.07.2022: Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) rief die Weltgemeinschaft zu verstärkten Anstrengungen und zum sofortigen Handeln gegen die von Menschen gemachte Erderwärmung auf. „Die Klimakrise ist mittlerweile das größte Sicherheitsproblem für alle Menschen auf dieser Erde“, sagte Baerbock am Montag zum Auftakt des Petersberger Klimadialogs. „Wir haben nicht zehn, 20, 30 Jahre, nein, uns bleiben noch acht Jahre, um die weltweiten Emissionen nahezu um die Hälfte zu senken.“

Projekt „Kosten durch Klimawandelfolgen in Deutschland“

Eine „von den Laien“ hat es vorgemacht. Unsere Mi(ni)sterien haben zwar immer mehr Personal, aber immer weniger Zeit, sich um ihre Aufgaben selbst zu kümmern. Die Arbeit wird deshalb für gutes Geld nach extern vergeben, mit dem Vorteil, dass man dann wenigstens vorher weiß, welches Ergebnis zum Schluss herauskommt.

Und so hat Prognos „eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas“ eine Studie (in Folge „Projekt“ genannt) zur Ermittlung deutscher Klimakosten beauftragt bekommen:
[4] Das Projekt „Kosten durch Klimawandelfolgen in Deutschland“ wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) beauftragt bzw. begleitet. Weitere Projektbeteiligte sind das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH (GWS).
Vor dem Hintergrund einer hochkomplexen Sachlage sowie einer fragmentierten und teils lückenhaften Datenlage wurde ein konsolidiertes Gesamtbild der volkswirtschaftlichen klimawandelbedingten Schadenskosten gezeichnet. Daran fehlte es der Politik bislang. Dabei profitierten die Projektteams von den unterschiedlichen Fachexpertisen der beteiligten Organisationen und des wissenschaftlichen Review-Teams aus anerkannten Klimafachleuten

Und Folgendes hat das Projekt ermittelt: Kernergebnisse
Die Untersuchungen des Projektteams zeigen, dass die im Rahmen der Analyse erfassbaren Schäden durch extreme Wetterereignisse seit 2018 mindestens 80 Milliarden Euro betragen. Dabei entfallen auf die Hitze- und Dürresommer 2018 und 2019 schätzungsweise 35 Milliarden Euro, auf die Flutkatastrophe 2021 mehr als 40 Milliarden Euro. Auch die Schäden durch Hagel und Sturm liegen im Milliardenbereich.

Anmerkung: Im Projektdokument ist der Gesamtschaden inclusive indirekter Schäden seit dem Jahr 2000 mit 144,678 Milliarden Euro und 30.775 Opfern beziffert.
Nicht unerwähnt soll bleiben, dass an diesem Projekt das Potsdamer Institut zur Erstellung von Klimaalarm am Fließband (PIK) mitgewirkt hat.

Weil man nicht wirklich unterscheiden kann, wurden im Projekt alle Schäden pauschal dem Klimawandel zugewiesen

[6] prognos, Projektbericht „Kosten durch Klimawandelfolgen“: Übersicht vergangener Extremwetterschäden in Deutschland
Methodik und Erstellung einer Schadensübersicht
Es lässt sich festhalten, dass nach derzeitigem Kenntnisstand nicht für alle vorgestellten Extremwettertypen eine klare Evidenz dafür vorliegt, dass der Klimawandel das Eintreten einzelner Ereignisse in Deutschland wahrscheinlicher und intensiver gemacht hat bzw. zukünftig machen wird.
Allerdings schreiten die wissenschaftlichen Erkenntnisse insbesondere auch zur Attribuierbarkeit von Extremwetterereignissen dynamisch voran, sodass diese Feststellung lediglich eine Momentaufnahme des Forschungsstands darstellt. Die KRWA zeigt auf, dass insbesondere bei einem starken Klimawandel hohe Klimarisiken drohen. Damit zeigen vor allem die Prognosen in eine eindeutige Richtung: zu einem Anstieg der klimabedingten Veränderungen in Deutschland mit zunehmenden und intensiveren Extremwettereignissen bei einem starken Klimawandel. Unbestritten ist, dass die genannten Extremwetterereignisse zu vielfältigen gesellschaftlichen Kosten führen. Aus diesem Grund umfasst die Übersicht vergangener Schäden prinzipiell Schäden aller Extremwetterereignisse unabhängig von der Attribuierbarkeit.

Wirklich alles, was dem vorgegebenen (schlimmen) Klimawandel-Narrativ widerspricht, wurde konsequent weggelassen

Vor dem Jahr 2000 muss das Wetter durchgängig paradiesisch und wunschgemäß gewesen sein. Es gab keine Kosten und keine Mortalität. Zumindest wird es im Projekt pauschal so angenommen. Bereits in den vorhergehenden Absätzen wurde es an Einzelbeispielen gezeigt, anbei Ergänzungen.

Obwohl die Studienautoren sehr genau wissen, auf welch glattes Eis sie sich begaben, rutschten sie beständig darauf  herum:

Stürme

[6] prognos: Ob in Deutschland durch den Klimawandel Stürme häufiger oder auch intensiver auftreten, konnte bislang nicht abschließend beantwortet werden. Erste Untersuchungen zu den Stürmen Frederike und Eleonore im Jahr 2018 konnten keinen Zusammenhang mit dem Klimawandel erkennen lassen (WWA, 2018b).

Anmerkung: Nicht nur das gilt. Man weiß auch, dass bei uns die Stürme abnehmen, weil die Temperaturdifferenzen zwischen den höheren Breiten geringer wurden. Darüber gibt es genügend Berichte:
… Die Sturmtätigkeit in Österreich weist im Verlauf der vergangenen 150 Jahre keinen Langzeittrend aufZAMG: „In den drei untersuchten Regionen Europas (Nordwest-, Nord- und Mitteleuropa) gibt es langfristig keinen Trend zu mehr Stürmigkeit. In Mitteleuropa ist sogar ein Rückgang gegenüber der stürmischeren Zeit um 1900 deutlich. In allen drei Regionen war das Sturmklima von den 1920er-Jahren bis in die 1970er-Jahre relativ ruhig. Besonders in Nordeuropa stieg die Sturmtätigkeit danach vorübergehend an, seit etwa 1990 ist sie aber überall wieder rückläufig.“
Das PIK Potsdam wertete Satellitendaten aus und stellte für die vergangenen 35 Jahre eine signifikante Abnahme der Sturmaktivität während des Sommers in den mittleren Breiten der nördlichen Hemisphäre fest, wozu auch Österreich gehört. Mehrere hundert Jahre zurückreichende Sturmrekonstruktionen aus dem mitteleuropäischen Raum zeigen, dass die Kleine Eiszeit generell sogar stürmischer als heute war.

Extremwetter

Die ZAMG stellt fest, dass ein Trend zu extremerem Wetter in Österreich allgemein nicht feststellbar sei … Messdaten – zufolge blieb die Klimavariabilität im südlichen Mitteleuropa gleich oder sie ging sogar zurück.

Auch an den Messstationen lässt sich diese Minderung messen:

Bild 4 Quelle: Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscherl

Anstatt diese Verringerungen „herauszurechnen“, was zu einem „Schadensguthaben“ hätte führen müssen. wurden alle Sturmereignisse ab 2000 als Klimaschäden gezählt.

Starkregen

[6] prognos: Für vergangene Starkregenereignisse in Deutschland, wie in Dortmund 2008, Osnabrück 2010, Münster 2014, Braunsbach 2016, Duisburg 2016 oder Berlin 2017, liegt noch keine klare Evidenz für eine treibhausgasbedingte Steigerung der Intensität oder Häufigkeit vor. Eine Schnell-Attributionsstudie aus dem August 2021 zur verheerenden Sturzflut im Ahrtal und dem südlichen Nordrhein-Westfalen konnte jedoch erstmals einen Zusammenhang zwischen dem anthropogenen Klimawandel und der Auftrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses für Deutschland feststellen (Kreienkamp et al., 2021), wird jedoch derzeit in der Fachwelt für ihre getroffenen Annahmen kritisch diskutiert.
… Inwiefern der Klimawandel vergangene Hochwasserereignisse wahrscheinlicher machte oder intensivierte, ist aufgrund der vielfältigen meteorologischen und nichtmeteorologischen Einflussfaktoren fallspezifisch zu erörtern.

Anmerkung: Das wurde längst durchgeführt. Ergebnis:

Bild 5 Klima-Monitoringericht 2019, Starkregen im Siedlungsbereich: Ein Trend ist nicht ermittelbar

Weitere Anmerkung: Diese unselige Studie (Kreienkamp et al.) unter Federführung des DWD zum Ahrtal braucht man nicht „kritisch diskutiert“. Sie ist methodisch (bewusst) so falsch angelegt, dass ihre angeblichen „Erkenntnisse“ den Wunsch der Auftraggeber erfüllen, dadurch allerdings reiner Datenmüll bleiben [3].
Im Projekt werden die von den über viele Jahrzehnte bis zur letzten Sekunde und noch danach absolut unfähigen Behörden verursachten, extremen Fehlerkosten trotzdem undiskutiert dem Klima zugewiesen (weil es nur so gelang, hohe Klimaschäden auszuweisen).

Interessant nochmals, dass sowohl die DWD-Ahrtalstudie, wie auch eine im Projekt gelistete, darauf hinweisen, dass Extremniederschlag bei Kälte häufiger geschieht.
In der DWD-Attributionsstudie sieht man es an dieser Grafik. Bei niedrigen Temperaturen zeigen sich sowohl bei kleineren, wie bei höchsten Extremen Häufungen:

Bild 6 [DWD-Attributionsstudie] Grafik der Temperaturabhängigkeit von Extremniederschlag vom Autor um die historischen Daten ergänzt

Das folgende Bild stammt aus der im prognos-Projekt angezogenen Studie [2] Vittal Hari et al., 2020. Sehr deutlich sieht man, dass die „Precipitation anomaly“ mit niedriger Temperatur erheblich zunimmt.

Bild 7 [2] (Teilbild, vom Autor ergänzt)

Figure 1. (k) Yearly summer-time precipitation and temperature anomalies estimated over the central Europe region during the 254 years. Tree exceptional years of 2003, 2018 and 2019 are shown by the red dots, where the mean summer temperature anomalies over the Central Europe reached the record extreme conditions of more than 2 ◦C; and precipitation anomalies show defcit of more than 20%.

So wundert es nicht, dass als das schlimmste Starkregenereignis der aufgezeichneten, europäischen Geschichte die Magdalenenflut von 1342 gilt:
Zitierung: Als die Katastrophe losbricht, haben die Menschen im Jahr 1342 schon einiges hinter sich: Einen eisigen Winter mit viel Schnee und dann plötzlich Tauwetter. In Prag hat die Moldau die Judithbrücke – den Vorläufer der heutigen Karlsbrücke – schon fortgerissen, als der Frost wieder einsetzt. Im April schneit es in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz.
Es bleibt den ganzen Frühling nass und kalt. Eine kurze Hitzewelle Anfang Juli bringt nur vorübergehend Erleichterung. Und dann hört es nicht mehr auf zu regnen.
Es beginnt am 19. Juli in Franken. Der Regen breitet sich nach Nordwesten aus. Am 22. Juli hat er die untere Weser erreicht, am 25. Juli die Nordseeküste. Tagelang prasselt das Nass vom Himmel: Main,
Rhein, Donau, Weser und Elbe schwellen an.
Die tiefen Spuren der Mittelalter-Flut sind bis heute in der Natur sichtbar.

Bild 8 Pegelmarken von Limburg an der Lahn mit der Magdalenenflut

Und als das vielleicht schlimmste (konventionell) gemessene Starkregenereignis in Deutschland gilt der Regen von 1926:

Bild 9 Zeitungsausschnitt vom Regenereignis 1926

Bild 10 Aufzeichnung der Wetterstation Marburg mit dem Regenereignis von 1926. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt

Hagel

[6] prognos: Auch die Schäden durch Hagel und Sturm liegen im Milliardenbereich

Das mag stimmen. Vor allem da davon auch immer mehr und teureres Autoblech betroffen ist. Aber die Schäden nehmen insgesamt ab. Das Projekt ignoriert den Trend und rechnet die Schadenssummen hoch, als ob es früher niemals Hagel gegeben hätte.

Bild 11 Klima-Monitoringericht 2019, Hagelschäden: „Die Ereignisse zeigen einen fallenden Trend“

Waldschäden

Beim finden von Klima-Schadenskosten zeigen sich die Autoren enorm kreativ. Abgestorbene Bäume werden mit CO2-Kosten beaufschlagt und als Klimaverlustkosten hochgerechnet:
[5] prognos: Besonders hohe Schäden der Hitze und Dürre 2018 und 2019 sind in der Forstwirtschaft angefallen ... Des Weiteren führte das hohe Aufkommen von Schadholz durch die Freisetzung des in den Bäumen gespeicherten CO2 (bei Anwendung eines Kostensatzes von 201 € pro freigesetzter Tonne CO2 nach Untersuchungen des UBA) zu weiteren indirekten Kosten von 2,8 Mrd.

Nun geht es unseren Wäldern immer noch weit besser, als vor dem ausgerufenen Klimawandel. Man müsste also einen Klimavorteil herausbekommen. Das darf die Studie aber erkennbar nicht. Anders zeichnende Dokumente werden einfach ignoriert.

Bild 12 Klima-Monitoringericht 2019 Waldzustand: „Keine Anzeichen, dass sich der Waldzustand aufgrund des Klimawandels kontinuierlich verschlechtert“

Erschütternd Berichte, welch desolaten Zustand unsere Wälder früher hatten: (Nürnberger Reichswald) … Eine erste Waldordnung ist schon aus dem Jahr 1294 bekannt, sie forderte von den Reichswaldförstern eine geregelte Bewirtschaftung. Dennoch war der Reichswald zu Beginn des 14. Jahrhunderts derart ausgebeutet und durch Brände verwüstet, dass der Kaiser den „Verlust seiner Gnade“ androhte. Zwei Jahrhunderte später war der Wald bereits wieder in einem derart desolaten Zustand, dass eine neue Waldordnung energisch den verstärkten Schutz der stadtnahen Wälder befahl. Vor allem der überhöhte Wildbestand war es, der im 18. Jahrhundert den scheinbar endgültigen Niedergang herbeiführte. Als Nürnberg seine Reichsunmittelbarkeit verlor und 1806 der Krone Bayerns unterstellt wurde, bot der ausgeplünderte Wald ein Bild des Jammers. Eine Waldbestandsaufnahme in den Jahren 1818 bis 1820 zeigte, dass ein Fünftel nur noch aus Ödflächen bestand, die zum Großteil mit verkrüppelten Kiefern bewachsen waren. Die Forstleute leisteten großartige Arbeit, im Lauf der Jahrzehnte wurde ein kräftiger Bestand an Altholzreserven herangezogen, doch 1893/94 vernichteten Raupen des Kiefernspanners – wie eine Heuschreckenplage – all die Arbeit. 32 Prozent der gesamten Fläche des Reichswaldes mussten kahl geschlagen werden. Versuche zur Einbürgerung von Laubbäumen schlugen damals weitgehend fehl, nur die Kiefer überdauerte in ihren Beständen, aus denen schließlich der „Steckerleswald“ der Nürnberger heranwuchs …

Dürren

Wieder erleben wir unbestritten einen extrem trockenen Sommer. Die Frage bleibt nur: Gab es das früher wirklich nie?

Das Projekt ist sich sehr sicher, allerdings eher für die (simulierte) Zukunft:
[5] prognos:  … Im historischen Vergleich ist sowohl für Europa als auch konkret für Deutschland eine steigende Intensität und Häufigkeit von Dürren zu beobachten (Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ), 2021b). Die Attributionsforschung zeigt eine starke Evidenz dafür, dass der Klimawandel Dürren wahrscheinlicher werden lässt. Konsultierte Studien bestätigen eine treibhausgasbedingte europäische Dürre in den vergangenen Jahren (Garcia-Herrera et al., 2019; Acosta-Navarro et al, 2019). Auch das WWA bestätigt eine klimawandelbedingte Dürre in Kombination mit Hitzewellen für den Sommer 2019 in Deutschland und Europa (WWA, 2019a). Dies lässt darauf schließen, dass Dürren auch in den kommenden Jahren ein zunehmendes Extremwettereignis darstellen werden.
… Modellierungen von Klimaszenarien zufolge dürfte sich die Zahl zweifacher sommerlicher Dürreperioden, wie die der Jahre 2018 und 2019, in Mitteleuropa in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts versiebenfachen (Hari et al., 2020). Im Vergleich: Seit 1766 gab es in Mitteleuropa keine zwei aufeinanderfolgenden Sommer dieser Art …

Wie immer beim Klimawandel, gibt es auch andere Aussagen:
Universität Greifswald 22.02.2019: Trockensommer wie 2018 waren im Mittelalter keine Seltenheit
Trockene Sommer waren vor 1000 Jahren keine Seltenheit. Forschern der Arbeitsgruppe „Landschaftsökologie und Ökosystemdynamik“ der Universität Greifswald ist es nun gelungen, 1000 Jahre Sommertrockenheit für den norddeutschen Raum zu rekonstruieren. Der Artikel “Removing the no-analogue bias in modern accelerated tree growth leads to stronger medieval drought” ist im Februar 2019 in der Fachzeitschrift Scientific Reports erschienen.
„Neu ist jedoch, dass wir mithilfe einer eigens für dieses Vorhaben entwickelten Datenmethode diese Wachstumsraten in unserer Rekonstruktion herausrechnen konnten. Dadurch konnten wir zeigen, dass in unserer Region zu Zeiten des mittelalterlichen Klimaoptimums, also vor ca. 1000 Jahren, die Niederschläge im Sommer im Schnitt deutlich niedriger waren als bisher angenommen. Vielleicht waren also Jahrhundertsommer, wie wir 2018 erlebt haben, damals gar nicht so selten.“

Als schlimmstes Dürrejahr in der aufgezeichneten, Europäischen Historie gilt 1540:
Auf der Grundlage von über 300 Quellen mit Wetterberichten aus erster Hand aus einem Gebiet mit einer Größe von 2 bis 3 Millionen km² zeigen wir, dass Europa von einer beispiellosen, 11 Monate dauernden Mega-Dürre betroffen war. Die geschätzte Anzahl der Tage mit Niederschlag und die Niederschlagsmenge in Mittel- und Westeuropa im Jahre 1540 ist signifikant niedriger als die 100-Jahre-Minima der Periode mit instrumentellen Messungen für Frühjahr, Sommer und Herbst. Dieses Ergebnis wird gestützt durch unabhängige dokumentarische Beweise über extrem niedrige Pegelstände in Flüssen und weit verbreiteten Wald- und Feldbrände in ganz Europa …

Die schlimmsten – bekannten – Hitze- und Dürrejahre außerhalb Europas waren von 1875 – 1878
NewScientist, 20. October 2018: A freak 1870s climate event caused drought across three continents
It’s not easy to forget the deaths of 50 million people, but we have managed it. A global drought in the 1870s caused mass starvation in South America, Africa and Asia, but the event doesn’t even have a Wikipedia page. Now it seems the drought was triggered by a never-before-seen combination of climate events. While rare, the drought was entirely natural so it could easily happen again.
Between 1875 and 1878, severe droughts ravaged India, China and parts of Africa and South America. The result was a famine that struck three continents and lasted three years.
“It is one of the worst humanitarian disasters in human history,” says Deepti Singh at Washington State University.
In India the local manifestation of the event is known as the Great Famine. At the time India was controlled by the British Empire, and British policies exacerbated the drought’s effects. The British continued exporting grain for profit, leaving little for the local people to eat.

Dass Dürren auch mit abnehmenden Temperaturen einhergehen können, wusste sogar ARTE zu berichten:
14.05.2022 Arte-Doku: Geheimnisse der Antike – Als Troja brannte
Vor mehr als 3000 Jahren veränderte sich das Klima im Mittelmeerraum. Eine starke Abkühlung führte zu weniger Regen und das wiederum zu Dürren und Hungersnöten in agrarisch geprägten Gesellschaften

Das „Projekt“ tut aber so, als ob diese Vergangenheit nie geschehen wäre.
Wie unsicher sich die Klimasimulationen dabei selbst sind, zeigt exemplarisch der DWD-Viewer für den Sommerniederschlag. Seine „Vorhersage“ zum Jahr 2100 sagt eigentlich nur aus, dass der Bereich zwischen -80 % … +70 % liegen könnte und im Mittel – also am Wahrscheinlichsten – eigentlich gar keine Veränderung passiert.

Bild 13 Deutschland, Sommerniederschlag seit 1880 mit Projektionen bis 2100. Quelle: DWD Viewer. Vom Autor ergänzt

Positive Klimawandelfolgen gibt es nicht …

Zumindest nicht im „Projekt“, denn dann hätte man sorgfältiger bewerten müssen und die Schadenssumme wäre mit Sicherheit um Dimensionen niedriger geworden, vielleicht sogar negativ? Was hätten die Auftraggeber dazu wohl gesagt, dazu noch auf dem Petersberger Klimadialog?

Man erinnere sich, dass Malthus 1820 das mathematisch gesicherte Verhungern der wachsenden Weltbevölkerung vorhersagte. Und es schien einige Zeit so, als würde dies auch Wirklichkeit:

Bild 14 WIKIPEDIA, Hungersnöte um 1900

1896 entdeckt Arrhenius einen spektralen Effekt des CO2 in der Atmosphäre. Und verkündet, wie glücklich er darüber sei, denn es wäre eine Möglichkeit, der schlimmen Kälte zu entkommen:

Bild 15 Ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1912:

Bild 15 Ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1912:  PPM-Artikel, Remarkable Weather of 1912. Der Ausschnitt zeigt den Schlusssatz, in dem der Eintrag von CO2 „begrüßt“ wird.

Doch beim Tenor des „Projektes“ wundert es nicht, dass die vielen positiven Folgen des sich seit der schlimmen, kleinen Eiszeit endlich erwärmenden Klimas keine Berücksichtigung fanden.

Bild 16 Ernteerträge Deutschland (als Relativzahl) von 1400 – 2010. Grafik vom Autor erstellt. Datenquelle: Blog Heimbiotope, Tabelle mit historischen Getreideerträgen

Studie der Universität Göttingen: Erhöhte CO2-Konzentration könnte Ernteerträge in Norddeutschland um bis zu 60% steigern.
In diesem Zusammenhang sei auch auf eine neue GWPF-Studie hingewiesen, die ebenfalls erhebliche Düngeeffekte durch CO2 postuliert. Zudem erschien im August 2015 eine Arbeit in Functional Ecology von Teresa Gimeno und Kollegen, in der die Wissenschaftler eine erhöhte Dürretoleranz und höhere Wachstumsraten von Bäumen unter gesteigerten CO2-Konzentrationen feststellten.

Bild 17 Erzeugung Getreide weltweit

Fazit

Als der neue Tatbestand „Delegitimierung“ von Staat, Wissenschaft und Medien:
[7] EIKE, 14.07.2022: Wer den Eindruck erweckt, dass staatliche Stellen mit der Bewältigung der Lage (im Flutgebiet Ahrtal) komplett überfordert gewesen seien, ist ein Fall für den Verfassungsschutz,
noch nicht verkündet war, hätte man eine vollständige Bewertung dieser Studie formulieren können. Inzwischen ist so etwas obsolet. der Autor beschränkt sich deshalb auf allgemeine Feststellungen, welche nicht nur für diese Studie gelten.

Da sich zum Klima (und Energie) solch unterirdische Studienniveaus häufen, muss man die Teilnahme von „anerkannten Klimafachleuten“ inzwischen wohl allgemein als (Be-)Drohung der Wissenschaft betrachten:
[4] prognos: Dabei profitierten die Projektteams von den unterschiedlichen Fachexpertisen der beteiligten Organisationen und des wissenschaftlichen Review-Teams aus anerkannten Klimafachleuten

Die Teilnehmer am Petersberger Klimadialog wird dieses auf die Stunde pünktlich erschienene Studienprojekt allerdings freuen. Endlich hat ein wichtiges Geberland amtlich dargestellt, dass beim Anmelden von Klimawandel-Schadenskosten einfaches Aufaddieren aller zu findenden „Wetterkosten“ ausreicht und die Begründung das Wetter an sich ist.
Somit können die Mittel aus Deutschland an alle Anspruchsländer endlich „wissenschaftlich begründet“ abfließen.

 

Quellen

[1] tagesschau, 18.07.2022: Studie für Deutschland
[2] Studie, Vittal Hari et al., 2020: increased future occurrences of the exceptional 2018–2019 central european drought under global warming
[3] EIKE, 19.07.2022: Wenn historisch belegte Fluten statistisch gar nicht vorgekommen sein können, wird es das Ergebnis einer Attributionsstudie sein
[4] prognos: Bezifferung von Klimafolgekosten Deutschland Projekt „Kosten durch Klimawandelfolgen in Deutschland“
[5] prognos 2022: Extremwetterschäden in Deutschland seit 2018
[6] prognos: Projektbericht „Kosten durch Klimawandelfolgen “ Übersicht vergangener Extremwetterschäden in Deutschland
[7] EIKE, 14.07.2022: Wer den Eindruck erweckt, dass staatliche Stellen mit der Bewältigung der Lage (im Flutgebiet Ahrtal) komplett überfordert gewesen seien, ist ein Fall für den Verfassungsschutz

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