Deutsche sprechen Ukrainern Recht auf Selbstverteidigung ab

Erst vor drei Tagen hat sich ein ‚Erratischer Kanzler plötzlich für Lieferung schwerer Waffen‘ an die Ukraine entschieden, wofür gestern im Bundestag neben der Ampel-Koalition auch die Union stimmte und nur die Putin-Parteien AfD und umbenannte SED nicht. Heute kommt dagegen ein ‚Offener Brief an Kanzler Olaf Scholz‘ von Alice Schwarzer und anderen selbsterklärten Intellektuellen. Sie beschwören drei Risiken: „das Risiko der Ausbreitung des Krieges innerhalb der Ukraine; das Risiko einer Ausweitung auf ganz Europa; ja, das Risiko eines 3. Weltkrieges“. Deswegen sind sie gegen die Waffenlieferungen, obwohl diese die Risiken doch auch senken könnten.

Die Briefeschreiber behaupten, „dass es eine prinzipielle politisch-moralische Pflicht gibt, vor aggressiver Gewalt nicht ohne Gegenwehr zurückzuweichen.“ Gleich darauf heben sie diese Pflicht aber wieder auf und sprechen der Ukraine das Recht auf Gegenwehr ab. Denn wichtiger sei „das kategorische Verbot, ein manifestes Risiko der Eskalation dieses Krieges zu einem atomaren Konflikt in Kauf zu nehmen.“ Das Opfer darf sich also nicht wehren und ihm darf auch nicht geholfen werden, weil der Täter sonst vielleicht noch etwas Schlimmeres tun könnte.

„Die Lieferung großer Mengen schwerer Waffen allerdings könnte Deutschland selbst zur Kriegspartei machen.“ Das ist nicht richtig. Präsident Putin könnte uns mit oder ohne Waffenlieferungen angreifen, so wie er die Ukraine überfallen hat, aber das können wir nicht durch Feigheit verhindern, sondern höchstens durch Abschreckung. „Und ein russischer Gegenschlag könnte so dann den Beistandsfall nach dem NATO-Vertrag und damit die unmittelbare Gefahr eines Weltkriegs auslösen.“ Es wäre kein russischer Gegenschlag, sondern ein Erstschlag, der aber gar nicht im russischen Interesse wäre, solange wir wehrhaft sind oder zumindest die USA uns verteidigen.

Außerdem spräche „das Maß an Zerstörung und menschlichem Leid unter der ukrainischen Zivilbevölkerung“ gegen eine Verteidigung gegen den Zerstörer und Leidverursacher. „Wir warnen vor einem zweifachen Irrtum: Zum einen, dass die Verantwortung für die Gefahr einer Eskalation zum atomaren Konflikt allein den ursprünglichen Aggressor angehe und nicht auch diejenigen, die ihm sehenden Auges ein Motiv zu einem gegebenenfalls verbrecherischen Handeln liefern.“ Das ist selbst ein Irrtum. Der Verbrecher ist für seine Verbrechen verantwortlich, nicht das Opfer. Will Frau Schwarzer ernsthaft behaupten, dass Vergewaltigungsopfer selbst schuld seien und sich nicht wehren dürften? Präsident Putin lässt übrigens nicht nur viele Unschuldige ermorden, sondern auch tatsächlich vergewaltigen.

Der zweite Irrtum sei, dass „dass die Entscheidung über die moralische Verantwortbarkeit der weiteren ‚Kosten‘ an Menschenleben unter der ukrainischen Zivilbevölkerung ausschließlich in die Zuständigkeit ihrer Regierung falle“. Deshalb wollen diese Intellektuellen von Deutschland aus für die Ukraine die Kapitulation erklären und die Ukrainer nicht selbst darüber entscheiden lassen. Das ist eine Schande. Es ist „auch in Anbetracht unserer historischen Verantwortung – und in der Hoffnung auf eine gemeinsame friedliche Zukunft“ dagegen richtig, dass Deutschland zusammen mit seinen Verbündeten die Ukraine nach Kräften unterstützt, ohne selbst Kriegspartei zu werden. Zu welchen Opfern die Ukrainer bereit sind, sei es im aufgezwungen Krieg oder in Verhandlungen zu dessen Beendigung, müssen sie selbst entscheiden.

FreeSpeech

FreeSpeech.international - Texte und Cartoons zur Meinungsfreiheit