Die allerletzten Deutschen: Klimaangst im Endstadium

Würden alle Menschen mitmachen, wäre das Klima in nicht einmal hundert Jahren gerettet.


Das Ozonloch hat es nicht geschafft, all die Kriege nicht, der Hitler, Stalin, Mao und der Kapitalismus mit seiner Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur. Was auch immer geschah und wie hart es auch immer kam, am Ende stand dasselbe Ergebnis: Die Wirtschaft wuchs, die Börsen steigen und der Mensch vermehrte sich. Am Ende jedes Zeitalters, in dem die gesamte Menschheit vor dem Aussterben stand, gab es mehr von ihr, sie hatte neue Regionen besiedelt, neue Kontinente, sie hatte neue Möglichkeiten erdacht, sich die Natur untertan zu machen, und sie lebte besser, bequemer und länger als Oma und Opa, die auch schon besser gelebt hatten  als Ururoma und Ururopa.

Angst vor dem ausbleibenden Untergang

Gerade für junge Menschen, die nach 14- bis 20-jähriger Grundausbildung in deutschen Kindergärten, Schulen und Universitäten im festen Glauben zahlloser mittelalterlicher Sekten aufwachsen, dass die Erde unmittelbar vor dem Untergang steht, ist der Gedanke beängstigend, dass auch das wieder nur gelogen und gefakt  im Sinne der aktuellen EU-Verordnung 23/2022/11 sein könnte. Erst eine Erde ohne Menschen, die durch die Natur wuchern und dem Tier den Platz streitig machen, gilt in diesen postmordenden Kreisen als erstrebenswerter Ort für ein Wochenendhaus oder einen längeren Ferienaufenthalt. Wie aber dort hingelangen, wenn alle schon dort sind? Wie den Platz teilen, der immer knapper wird durch Besiedelung all der wertvollen Blühwiesen und Bienenweiden?

Der Mensch muss weg, er ist die Krankheit des Planeten, das predigt Chris Korda in seiner Church of Euthanasia seit Jahren, ohne außerhalb eines ganz kleinen Kreises temperaturfühliger Menschen auf offene Ohren zu treffen. Im Kampf zwischen Mensch oder Natur könne nur einer gewinnen, und weil das immer der Mensch sein werde, sei der verpflichtet, sich selbst den Garaus zu machen, damit die Erde überleben könne. Überzeugend als Argument in einer theoretischen Diskussion. Im argumentativen Alltag aber versagt dieses schärfste Schwert von Klima- und Naturschutz zuverlässig wie eine Flinte von H&K bei einem Gefecht in der Sauna.

Vasektomie für die Menschheit

Es muss einen anderen Weg geben – und Marc Fehr, ein Mittdreißiger aus Überzeugung, hat ihn gefunden: Fehr, der den langsamen Untergang der Welt für große Zeitungen aus nächster Nähe beobachtet, hat sich die Samenleiter durchtrennen lassen, um nicht ungewollt Kinder in eine Welt zu setzen, die durch den Klimawandel ohnehin bereits schwer gebeutelt ist. Der Aktivist flog eigens für den Eingriff, medizinisch eine recht simple klimatologische Vasektomie, nach Südafrika, wo er sich die störenden Samenleiter durchknipsen ließ. Eine OP ohne Wiederkehr, die trennenden Schnitte gelten als endgültig, auch wenn einige Krankenkasse den Versuch der Rekonstruktion bezahlen.

Marc Fehr aber ist sich als leidenschaftlicher Busreisender und er hat sich gemeinsam mit Partnerin Zoe Duby für den Schritt entschieden, der ein großer ist nicht nur für ihn, sondern auch für den Klimawandel. „Keine Kinder, kein CO₂“, überschrieb die Wochenschrift „Die Zeit“ einen Ratgeberbeitrag zum südafrikanischen Samenleiterschnitt, der verdeutlichte, wie weitreichend die Konsequenzen der kleinen Operation sind. Mit jedem Mann, der auf Fortpflanzung verzichtet, fallen bereits über einen Zeitraum von 100 Jahren im Durchschnitt sieben Nachkommen ersatzlos weg, deren CO₂-Verbrauch so gar nicht erst entsteht. Eine überaus wirkungsvolle Maßnahme gegen die Klimakatastrophe, denn im Leben stößt jeder Mensch unwillkürlich etwa 150.000 Kilogramm Kohlendioxid aus. Sieben nie geborene Menschen sparen also allein schon eine Million Kilogramm unwillentlich körperchemikalisch erzeugtes Klimagift.

Egoisten beim Opfergang

Für Fehr ist es nicht einmal ein Opfergang, den er antrat, als er sich unters Messer legte, um seine Gene aus dem Fortpflanzungspool der Menschheit entfernen zu lassen. Er habe ohnehin nie Lust gehabt, auf Kindergeburtstagen herumzusitzen, hat der Klimaaktivist der „Zeit“ verraten. Lieber gehe er Bouldern oder kümmere sich um die beiden Klimakatzen und die zwei Klimahunde, die er mit Partnerin Zoe hält. Ohne Kinder bleibt mehr Einkommen für das Paar selbst, sie als die beinahe schon allerletzten Deutschen müssen sich keine Gedanken mehr über Zukunftsvorsorge machen, über Brückensanierung, IT-Technik, neue Erfindungen, Marslandungen oder Rentenpunkte etwaigen Nachkommen. 

Dass der Samenleiterschnitt die Menschheit vor dem Aussterben bewahrt, veredelt den Egoismus einer menschheitsfeindlichen Haltung zu einer solidarischen Verzichtshandlung, über die leitmedial mit höchstem Respekt berichtet wird. Klimaangst im Endstadium

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