Die Macht der Verblendung

Wann waren Kollektive je schlau? (Bild: Netzfund)

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Menschen sind eine seltsame Spezies. Sie können Dinge beobachten, die objektiv merkwürdig sind, haben aber oftmals einen Rationalisierungsmechanismus in sich, der jedes aufkeimende Unbehagen in angenehme Sorglosigkeit umwandeln kann. Eher überlebt ein verqueres Weltbild, als dass man zugibt, sich getäuscht zu haben. Oder um es mit dem österreichischen Dramatiker Nestroy zu sagen:

“I laß mir mein Aberglaub’n

Durch ka Aufklärung raub’n,

’s is jetzt schön überhaupt,

Wenn man an etwas no glaubt.”

Die vier Argumente gegen die Impfung sind im Video zu sehen, das fünfte liefert gerade der Brief der Betriebskrankenkasse BKK an das Paul-Ehrlich-Institut. Die Krankenkasse geht allein anhand der bei ihr abgerechneten Behandlungen für Impfschäden davon aus, dass die Dunkelziffer der Impfnebenwirkungen erheblich höher ist, als vom Paul-Ehrlich Institut gemeldet. Letzteres will sich das nun näher anschauen.

Aus Schaden wird man klug

Wer hätte das auch ahnen können? Die Hinweise dafür, dass mit den Impfungen etwas nicht stimmt, waren überdeutlich schon seit Monaten zu sehen, zum Beispiel hier, hier, hier und hier. Allein die Anreizstruktur beim Impfen spricht Bände. Ein Impfarzt kassiert 150 Euro pro Stunde wenn er Spritzen im Akkord setzt, handelt sich mit dem zeitintensiven Melden eines möglichen Impfschadens jedoch nur Ärger ein, bis hin zur persönlichen Haftung. Preisfrage: Was motiviert den Arzt wohl mehr?

Wir kommen nun in das seltsame Stadium, in welchem Politik und Medien die angeblich „nebenwirkungsfreien“ Impfungen noch bewerben, während die Walze der Aufarbeitung mit Meldungen über Verletzte und Tote immer näher kommt. Dies ist der Zeitpunkt, an dem man im Grunde nur noch warten und darüber staunen kann, wie lange es wohl braucht, bis bei den Beteiligten der Groschen fällt.

Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk laufen derweil schon mal die Leute davon, wie der Fall der langjährigen Moderatorin und Redakteurin beim ZDF, Katrin Seibold, zeigt. Sie bestätigt aus eigener Anschauung, dass der Meinungskorridor bei Corona verengt ist und es letztlich darum gehe, politisch korrekte, also der Politik genehme, Berichterstattung zu liefern. Auch dies wundert unter Kritikern niemanden. Nur, wann wird es der Allgemeinheit dämmern?

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Seibolds Vertrag wurde mit der Begründung nicht mehr verlängert, ihre “Kritik am System” habe bei den Kollegen “Störgefühle” ausgelöst. Genauso stellt man es sich vor, beim ZDF und auch in sonstigen Redaktionsstuben: Das Informationsbedürfnis der Bevölkerung ist gedeckelt durch das Heile-Welt-Gefühl der Redaktion. Seibold wirft dem ZDF vor, Beiträge hingebogen und das Produzieren von Fake News in Auftrag gegeben zu haben.

Auch wenn das alles gerade Grund zur Hoffnung gibt: Der “Corona-Kult” wird eher nicht mit dem einen großen Knall enden. Machen wir uns stattdessen auf ein langwieriges, unerträgliches Gebräu von Rationalisierungen, Schuldzuweisungen, Reputationsrettungen, Persilscheinausstellungen und medialen Heiligsprechungen gefasst. Das Ganze wird nicht brechen, es wird eher aus dem Leim gehen und zerfasern, wie ein zu lang gekauter Kaugummi.

Wieso machten so viele mit?

Bei all den Ungereimtheiten in Sachen Covid schockiert nicht so sehr die Entgleisung ins Autoritäre bei Politik und Medien. Was wirklich schockiert, ist, wie viele Menschen das haben mit sich machen lassen. Der NS-Widerstandskämpfer und evangelische Theologe, Dietrich Bonhoeffer, stellte sich diese Frage in Nazi-Haft ebenfalls. Er kam zum Schluss, dass es nicht an der Bösartigkeit der Menschen liege, sondern an Dummheit.

Dumme (ich würde eher von Verblendeten sprechen) stecken demnach in einem Glaubensgefängnis, welches sie dazu bringt, alles auszublenden, was ihrer Überzeugung entgegenläuft. Heute würde man verhaltensökonomisch geschult vom “Confirmation Bias”, dem Bestätigungsfehler sprechen. Aber es ist mehr als das. Bonhoeffer sieht im Verhalten des Mitläufers einen moralischen Defekt, der eher bei Menschen auftritt, die eine Bestätigung durch eine Gruppe brauchen, während Menschen, die zur Einsamkeit neigen, eher weniger davon betroffen sind. Es sind also, mit Georges Bernanos gesprochen, die Herden, welche die Dikaturen möglich machen. Wer sich selbst zur Herde stellt, delegiert eigenes Bewusstsein an eine Autorität und verschafft ihr dadurch Macht. Der Machtzuwachs des einen braucht die Dummheit (oder Verblendung) der vielen.

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Im Verblendungsgefängnis

Der Ausweg aus diesem Zustand ist laut Bonhoeffer nur durch äußere Befreiung möglich, nicht durch Belehrung. Wer nicht zweifeln will, den wird kein Argument je erreichen, sondern nur die Verarbeitung in eine Rationalisierung. Die Blase des eigenen Vorstellungskosmos muss zerplatzen und das von aussen. Wem die Intuition nichts sagt oder selbst die Anschauung denkbefördernden Materials (siehe die vier Videos oben), dem hilft vielleicht nur die eigene Erfahrung auf die Sprünge. Leid ist der ultimative Lehrmeister, den offenbar viele brauchen. Und manchen hilft nicht mal das. Ihnen muss danach erst noch das Kollektiv bestätigen, dass der Wind sich auch wirklich gedreht hat. Diesen Leuten hilft dann übrigens der Rückschaufehler (“Hindsight Bias”) daran, sich nachträglich zu bescheinigen, schon immer den Durchblick gehabt und die richtige Seite gewählt zu haben.

Der Moment, der uns erwartet, wird ein Moment sein, der so brutal wie schön sein wird. Er wird sich anfühlen, wie die unausweichliche Wurzelbehandlung, die Schmerz und Erlösung von Schmerz zusammenbringt. Die Tragik des Ganzen liegt darin, dass es dem Menschen als Kollektiv wieder nicht gelungen ist, aus früheren Erfahrungen klug zu werden. Aber wer hat auch behauptet, dass Kollektive klug sein können?


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