Fußnoten zum Mittwoch

 

Unvaccinated lives matter.

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Wenn jemand glaubt, dass die Schweiz nicht ganz so bekloppt ist wie ihre deutschsprachigen Nachbarn, dann wird er gerne eines Besseren belehrt.

Für den Fall einer Gasknappheit wurde nämlich ein Bundesgesetz beschlossen, das es der Polizei erlaubt, Temperaturkontrollen in Wohnungen durchzuführen, und sollten sie dort einen Raum finden, der über 19°C geheizt ist, oder Wasser, das heißer als 60°C ist, dann drohen dem Eigentümer empfindliche Geldstrafen und bei angeblichem „Vorsatz“ sogar Gefängnis bis zu drei Jahren.

Ei, da werden die Blockwarte wieder aufblühen, mit Infrarotthermometern durch die Siedlung schleichen und die Abstrahlung der Fenster messen, und wenn es nach einer verdächtig warmen Wohnung riecht sofort die Polizei rufen.

Und wie bei all den von inzwischen einem regelrechten Verbots- und Regulierungswahn verfallenen Politpsychopathen aufgestellten Dünnschissregeln gibt es keinerlei exakte Festlegung, wie und womit jetzt wo genau was genau gemessen werden muss, um einen eindeutigen Verstoß zu beweisen.

Haben die Polizisten ein amtlich überprüftes und geeichtes Präzisionsthermometer? Wie wird sichergestellt, dass die Anzeige des Polizeithermometers genauer und beweiskräftiger ist als die des Thermometers vom Wohnungseigentümer? Wie messen die Kappelträger die Temperatur des Heißwassers? Machen sie ein Probeduschen? Und wo überall in der Wohnung muss es unter 19°C haben? Wirklich überall? Also auch einen Meter neben dem Kachelofen? Oder einen halben Meter? Oder zwei? Und wie ist es, wenn ich mein Wohnzimmer vorsichtig auf 19°C heize, dann aber die kräftige Sonne eines milden Wintertages durch das Fenster scheint und die Raumtemperatur keck um ein halbes Grad hebt? Macht die örtliche Wache bei sonnigem Wettereine Klingeltour durch alle Wohnungen mit Südlage, um Geld für den bankrotten Staat zu sammeln? Ausgerüstet mit ein paar unkalibrierten Billigthermometern von Versorgern aus dem Bekanntenkreis irgend eines Parteischranzen, der gerne mitnaschen will, und voller Enthusiasmus, bei Messungen möglichst nah am Heizkörper oder direkt an der steinernen Fensterbank das entscheidende halbe Grad zu erhaschen, das sie zu einer äußerst wichtigen Amtshandlung berechtigt. Wie ist das, wenn die vorsichtig auf 17°C Arbeitstemperatur gebrachte Küche durch das Kochen und Backen in dem Raum auf eine höhere Temperatur gehoben wird? Muss man dann schnell alle Fenster aufreißen und die Wärme entweichen lassen, um einer Strafe zu entgehen und Energie zu sparen? Oder sind Tätigkeiten wie Kochen und Backen dann auch verboten, so nach dem Motto, wer schon im Kalten sitzt, der braucht auch nix Warmes zum Fressen?

Nur vollkommen weltfremde, technisch ahnungslose, hirnbefreite, realitätsignorierende und schütteldumme Leute können auf solch schwachsinnige Regelungen kommen und sich dabei auch noch berechtigt fühlen, Zuwiderhandelnde mit Kerker und Bastonade zu bedrohen. Die Schweiz hat gerade bewiesen, dass auch in ihrer Politik und ihren Behörden sich solche Pfostenschildkröten tummeln, und sie müssen nicht einmal grün sein.

Ich erwarte mir von den deutschen und österreichischen Grünen, dass sie diese Idee aufgreifen und sogar noch härter ausformulieren, denn wenn es um vollkommenen Schwachsinn und Gängelei der Bevölkerung geht, blühen diese Kompetenzbefreiten auf wie ein Titanwurz. Und unsere Polizei hat beim Aufspüren und Abstrafen irgendwelcher alter Omas, die ihre Maske nicht richtig tragen oder es wagen, trotz Stehenbleibeverbotes eine Auslage im Schaufenster zu betrachten, bereits einen solch knüppeldicken Enthusiasmus an den Tag gelegt, dass ich mir die in den Siedlungen mit höherem Pensionistenbestand ausschwärmenden Polizeikolonnen ebenso vorstellen kann wie die um die Häuser schleichenden und nach verdächtigen Wärmestrahlungen suchenden Blockwarte.

Messtechnik, Beweislage, Sinnhaftigkeit – alles überflüssiger Kokolores in Zeiten einer faktenbefreiten Polizeiwillkür. Da fehlt nur noch, angelehnt an das alpenländische „Epidemieschutzgesetz“, dass solche Regeln per Verordnung in Kraft gesetzt werden und die Betroffenen verfassungs- und menschenrechtswidrig nicht einmal mehr ein Rechtsmittel dagegen in der Hand haben. Denn so sieht die Rechtslage im ehemaligen demokratischen Rechtsstaat Österreich inzwischen aus: wir haben ein voll in Kraft befindliches Ermächtigungsgesetz, das nicht nur das Parlament komplett ausschaltet sondern auch die Bürgerrechte und den Rechtsweg annulliert. Und kaum jemand hat die Tragweite dessen gesehen, ach was, sehen wollen.

Und solange die breite Masse, der dumpfe Pöbel, mit Begeisterung bei abgedrehter Heizung frierend in solidarisch-blau-gelbe Wolldecken gehüllt sein RTL-Proletenprogramm schaut und sich dabei gut, weil gehorsamund solidarischund kämpfend gegen Putinund kämpfend gegen Rrächts, fühlt, und jeden niederbrüllt, der sie fragt, ob sie noch alle Kerzen am Kandelaber haben, wird sich das Karussell des Irrsinns weiter drehen und Fahrt aufnehmen. Langsam fragt man sich, was man dieser dumpfen Biomasse eigentlich noch alles bieten muss, dass sie mal aufwachen und kapieren, was es hier gerade spielt.

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