Gemeinden in Not

ZAHLEN ZUM TAG. Schulden: Ganz offensichtlich handelte es sich auch um eine Frage der Lastenaufteilung in den Bundesländern. Sie ist sehr unterschiedlich.

Der Bund sieht sich gezwungen, eine Milliarde Euro extra für die Gemeinden bereitzustellen, für Graz weist Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) zwar Berichte über eine drohende Pleite zurück, gut geht es der steirischen Landeshauptstadt aber nicht. Mit 5078 Euro hatte sie bereits 2020 – damals noch unter schwarz-blauer Führung – die höchste Pro-Kopf-Verschuldung aller Landeshauptstädte. Linz folgte laut Statistik Austria mit 3630 Euro, Bregenz mit 2173, St. Pölten mit 2150, Eisenstadt mit 1522 und Innsbruck mit 1376 Euro. Am niedrigsten war sie in Klagenfurt (801) und Salzburg (374 Euro). Aktuellere Werte liegen noch nicht vor.

Wien taugt für einen Vergleich nicht: Die Stadt ist zugleich Land, 2020 belief sich die Pro-Kopf-Verschuldung auf 4074 Euro. Wenn, dann kann man das allenfalls mit anderen Ländern und jeweiligen Gemeinden vergleichen.

Ein solcher Vergleich ist überhaupt erhellend: Er zeigt, dass die Lage der Gemeinden nicht zuletzt auch von der Lastenaufteilung abhängt. In Kärnten beispielsweise sind die Gemeinden (mit 1148 Euro pro Kopf) weniger verschuldet, um ein Vielfaches aber ist es das Land (6705 Euro). Nicht ganz so extrem, aber ähnlich ist es in Salzburg. Quasi „Halbe-Halbe“ machen Land und Gemeinden in der Steiermark.

Nur in geringerem Maße das Land, relativ stark aber die Gemeinden verschuldet sind in Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg. Hier hat das Land mit 837 Euro eine der niedrigsten Pro-Kopf-Schulden österreichweit, die Gemeinden haben mit 2145 Euro aber die zweithöchste.

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