Grünenergie-Revolution kollidiert mit der Mauer der Energie-Realitäten

H. Sterling Burnett

Falls die vom Menschen verursachten Kohlendioxidemissionen für den gefährlichen Klimawandel verantwortlich sind, ist China der Quirl, der das Getränk umrührt. China stößt mehr Kohlendioxid aus als alle entwickelten Länder der Erde zusammen.

Und genau da liegt der Haken. In seiner Rede zum Auftakt des einwöchigen Jahreskongresses der Kommunistischen Partei kündigte Präsident Xi Jinping an, dass fossile Brennstoffe in China eine große Zukunft haben, da die Energiesicherheit zu den obersten Prioritäten des Landes gehört, wenn es darum geht, das Wirtschaftswachstum zu fördern. Am Ende der Konferenz wurde Xi in einem historischen, aber nicht unerwarteten Ereignis zu einer noch nie dagewesenen dritten fünfjährigen Amtszeit als Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas gewählt.

Xi sagte, dass die ehrgeizigen Ziele, die Kohlendioxid-Emissionen zu begrenzen und schließlich auf Null zu reduzieren, angesichts der jüngsten Energieengpässe, die darauf zurückzuführen sind, dass in den letzten Jahren nur eine begrenzte Menge an erneuerbaren Energiequellen die fossilen Brennstoffe bei der Stromerzeugung ersetzt hat, mit Vorsicht zu genießen seien.

Trotz der Verpflichtung Chinas, die Kohlenstoffemissionen zwischen 2030 und 2035 zu beenden, hat der kommunistische Staat 2021 Kohleabbau und -nutzung erheblich ausgeweitet, um auf Energieengpässe zu reagieren, die Fabriken lahmlegten und das Wirtschaftswachstum verlangsamten.

In seiner Rede bekräftigte Xi die Position Chinas, dass es die Nutzung fossiler Brennstoffe erst dann beenden wird, wenn genügend ausreichende, zuverlässige und emissionsfreie Energiequellen zur Verfügung stehen, um sie zu ersetzen.

„Wir werden aktiv und umsichtig auf das Ziel hinarbeiten, den Höhepunkt der Kohlenstoffemissionen zu erreichen und kohlenstoffneutral zu werden“, sagte Xi in seiner Ansprache. „Auf der Grundlage von Chinas Energie- und Ressourcenausstattung werden wir Initiativen zur Erreichung des Spitzenwerts der Kohlenstoffemissionen planvoll und schrittweise vorantreiben, gemäß dem Grundsatz, erst das Neue zu nutzen, bevor man das Alte wegwirft“.

Neben der verstärkten Nutzung von Kohle machten Xis Sprecher auch deutlich, dass China die Erkundung und Erschließung von Öl- und Gasressourcen ausbauen wird, um die Energiesicherheit zu gewährleisten.

China ist nicht das einzige Land, das die Sicherung der Energieversorgung über die Bekämpfung des Klimawandels stellt. Sowohl die New York Times als auch National Public Radio berichteten über Deutschlands Wettlauf um die Wiedereröffnung und Erweiterung von Kohlebergwerken und die Wiederinbetriebnahme zuvor stillgelegter Kohlekraftwerke angesichts eines schweren Energiedefizits im Herbst und Winter. Deutschland hat bereits Kohle- und Kernkraftwerke abgeschaltet und sie durch umfangreiche Investitionen in Wind- und Solarenergie ersetzt, wobei russisches Erdgas als Reserve diente. Die Deutschen zahlen derzeit die höchsten Strompreise in ganz Europa. Da Wind- und Solarkraftwerke keinen zuverlässigen Strom liefern und das russische Gas während des Ukraine-Krieges abgeschaltet wurde, droht den Deutschen ein kalter Winter, falls nicht schnell genügend Kohlekraftwerke in Betrieb genommen werden können.

Italiens neue Regierungschefin hat angekündigt, dass ihre Partei und ihre Regierungspartner die Verpflichtungen, die Italien zur Erreichung der EU-Klimaziele eingegangen ist, zurücknehmen wollen. Die AP berichtet, dass Giorgia Meloni, Italiens neue Premierministerin, „behauptete, die Europäische Union habe es versäumt, eine Politik zu entwickeln, die eine verfügbare und erschwingliche Energieversorgung sicherstellt. Die himmelhohen Energiepreise ‚haben Unternehmen und Familien in die Knie gezwungen‘, sagte Meloni.“

Im Gegensatz zu anderen Parteien, die um die Kontrolle des Parlaments und die Ernennung des Ministerpräsidenten kämpften, hat Melonis Partei „Brüder in Italien“ keine spezifischen Emissionsreduktionsziele vorgeschlagen, und Meloni hat angedeutet, dass ihre Regierung die italienischen Emissionsreduktionsziele lockern wird. Meloni hat auch angedeutet, dass sie und ihre parlamentarischen Partner die Wiederinbetriebnahme zuvor stillgelegter Kernkraftwerke und die Erschließung einheimischer Gasressourcen in der Adria unterstützen, anstatt nur Gas aus dem Ausland zu importieren.

Real Clear Energy berichtet, dass Vietnam beschlossen hat, nicht aus der Kohle auszusteigen, um die Klimaziele zu erreichen, die es sich bei der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens gesetzt hat. Vietnam beabsichtigt nun, den Kohleverbrauch und die Kohleimporte für mindestens die nächsten 13 Jahre zu erhöhen, da mehr Kohle, Erdgas und Öl notwendig sind, um den wachsenden Energiebedarf des Landes zu decken.

In Lateinamerika bricht sich überall die Unterstützung für fossile Brennstoffe Bahn. Der Offshore Engineer berichtet, dass Argentinien, Brasilien, Ecuador, Guyana und Mexiko bei der Erschließung neuer Offshore-Öl- und -Gasvorkommen führend sind, indem sie die Finanzierung sichern und Pachtverträge für neue Förderprojekte vergeben. Staatliche und private Unternehmen kaufen Tanker und Ausrüstung und entwickeln Raffinerien, um die Energieunabhängigkeit voranzutreiben und gleichzeitig den Export von Kraftstoffen zu steigern, für die sie eine wachsende weltweite Nachfrage erwarten.

Während die Staats- und Regierungschefs in Asien, Europa und Südamerika immer noch von der Notwendigkeit sprechen, die Kohlendioxid-Emissionen zu reduzieren, um den Klimawandel zu bekämpfen, treiben sie eine Politik voran, die die Emissionen garantiert erhöht – natürlich nicht um der Emissionen willen, sondern um die zuverlässige Energieversorgung zu sichern, die für das Wirtschaftswachstum und den Machterhalt der jeweiligen Regierungen notwendig ist.

Taten sprechen lauter als Worte.

QUELLEN: The New York Times; NPR; BBC; CNBC; Euronews; Associated Press; Real Clear Energy; Time; Offshore Engineer

Link: https://www.heartland.org/news-opinion/news/green-energy-revolution-hits-energy-reality-wall

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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