Jahrestag der Bombenagriffe auf Dresden: Der Krieg an sich ist unser aller Feind

Waren die Bombenangriffe der Alliierten vom 13. auf den 14. Februar 1945 nach unseren heutigen Maßstäben ein Kriegsverbrechen? Man kann dem kaum widersprechen. 630.000 Menschen lebten damals in der Elb-Metropole, als 773 britische und in der folgenden Nacht noch einmal 311 amerikanische Bombenflugzeug ihre tödliche Fracht aus Brand- und Sprengbomben abwarfen. Offizielle Schätzungen über die Zahl der Opfer sprechen von ungefähr 25.000 Opfern, folgt man Erzählungen von Überlebenden, die den Feuersturm miterleben mussten, waren es wohl viel mehr.

Und Dresden war ja nicht der einzige verheerende Angriff auf eine deutsche Großstadt während des Zweiten Weltkriegs, wenn Sie etwa an die „Operation Gomorrha“ denken. Unter diesem Codenamen starten Briten und Amerikaner in den Nächten vom 24. bis zum 27. Juli 1943 eine Reihe von verheerenden Luftangriffen auf Hamburg. Orientierungspunkt für die Piloten war damals die Nikolai-Kirche.

Tausende Hamburger rannten verzweifelt in Keller und Bunker, die für sie zur Todesfalle werden sollten. Diese Menschen erstickten in ihren Kellern, verbrannten und verglühten geradezu auf der Straße, wurden von umherfliegenden Holzteilen und herabstürzenden Dächern erschlagen.

Wir sind uns vermutlich alle einig, dass diese Angriffe militärtaktisch niemals hätten stattfinden müssen. Zumindest beim Angriff auf Dresden war jedem außer dem Ober-Irren in der Berliner Reichskanzlei klar, dass der Krieg für Deutschland verloren war mit schlimmen Auswirkungen für die Zukunft.

Wo sich die Wege dann aber zu manchem Zeitgenossen trennen, ist das komplette gedankliche Ausblenden eines Teils unserer Bevölkerung des  Leides und des tausend- ja millionenfachen Todes, wenn wir den Holocaust hinzunehmen, den Deutsche in anderen Ländern verursacht haben. Nehmen Sie die Bombennächte, wahrlich auch ein Feuersturm, bei den Luftangriffen hunderter deutscher Bomber vom Typ He-111 und Jagdflugzeuge auf London ab September 1940. 45.000 Briten fielen dem, was die Engländer „The Blitz“ nennen, zum Opfer. Und in den Kellern der britischen Hauptstadt war es damals für die Menschen nicht anders als in den Kellern von Hamburg und Dresden.

Was ich sagen will: Es gibt nur ganz wenige Ausnahmefälle in der Geschichte, wo ein Verteidigungskrieg wirklich geboten und gerecht war. Denn  grundsätzlich gilt: Im Krieg ist nicht der Gegner der Feind, sondern der Krieg selbst ist der Feind für alle Menschen, die gewollt oder ungewollt mittendrin sind.

Und es macht mich zunehmend fassungslos, wie viele Mitbürger in diesen Tagen komplett empathielos gegenüber der Ukraine und den Menschen dort sind. Es ist vielen Leuten völlig egal, ob das Land angegriffen wird, ob ein jahrelanger Krieg ausbricht, ob weitere Länder – vielleicht wir selbst – aktiv hineingezogen werden. Manche schreiben in den sozialen Netzwerken, dass es doch nun an der Zeit wäre, „in einem Aufwasch“ gleich noch das Baltikum zu überrennen – was nicht ganz einfach sein dürfte, weil es die anderen 27 NATO-Staaten zwingen würde, einzugreifen. Kaum zu erwarten, dass Amis, Briten und Franzosen dann lediglich gebrauchte Schutzhelme liefern.

Aber es ist ekelhaft, wie sich manche über die Angst der Betroffenen, über das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung ganzer Völker, nicht nur hinwegsetzen, sondern in grenzenlosem Zynismus lustig machen. Keiner von diesen Leuten ist besser als die dumme einstige Piraten-Aktivistin Julia Schramm mit ihrem Tweet „Sauerkraut, Kartoffelbrei – Bomber Harris, Feuer frei“. Ich weiß, manche von Ihnen lesen es nicht gern, wenn ich sprachlich etwas deutlicher werde, aber – entschuldigen Sie! – es ist einfach nur zum Kotzen, was diese Frau da geschrieben hat, die dann übrigens zur SED/Linke wechselte. Kartoffelbrei – das sollte das Synonym für zusammengestampfte Deutsche in den Dresdner Bombennächten sein… Und Opfer, Tote, verstümmelte – die sollten zumindest für uns abendländische Christenmenschen keine Nationalität haben. Die 20 Millionen Russen, die der deutschen „Operation Barbarossa“ im Zweiten Weltkrieg zum Opfer fielen, sind genauso bedauernswerte Menschen wie die Opfer von Dresden oder London. Krieg ist der Wahnsinn, niemand, der halbwegs bei Verstand ist, kann einen Krieg wollen. Schade, dass diese Erkenntnis immer weniger Gegenstand der Allgemeinbildung ist.

Ein Volk, das seine Geschichte nicht kennt und deshalb daraus nichts zu lernen versteht, hat keine Zukunft, habe ich mal irgendwo gelesen. Wer auch immer es geschrieben hat –  das stimmt.

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