Klimagebete in Ampel-Ministerien: Anrufung des Wettergottes

Zwei Sonnen am Himmel – das wäre, was Deutschland angesichts des nahenden Winter dringend bräuchte. Doch eine Realisierung scheint derzeit ausgeschlossen.

Es war am Anfang an eine Idee, die von großer Verzweiflung erzählte, von Ratlosigkeit und der festen Entschlossenheit, gegen alle Chancen zu wetten und der einmal eingeschlagenen Linie treu zu bleiben. Merh Fortschritt wagen, weniger CO2 ausstoßen, ein Bündnis sein für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in einer Gesellschaft des Respekts, die jede Veränderung als Fortschritt begreift, wenn sich das Leben der Menschen verbessert – und wenn nicht, dann später. 

Unschöner Rückfall in die Realpolitik

So viele große Aufgaben, so viele Hindernisse plötzlich überall. Die Ampel-Koalition aus Grünen, SPD und FDP war gestartet, um den Kampf gegen die 2Klimakrise, für Digitalisierung, für die Sicherung unseres Wohlstandes“ (Koalitionsvertrag), für eine moderne, freie Gesellschaft aufzunehmen. Doch mit dem russischen Angriff auf die Ukraine sah sie sich plötzlich hinausgezwungen aus dem Wolkenkuckucksheim der umfassenden Weltgestaltung bis ins Jahr 2100 und zurückgeworfen auf die Notwendigkeit realer Notstandsverwaltung im Hier und Heute. 

Maßnahmen wurden ergriffen, manche wurde zurückgenommen, andere werden zurückgenommen werden. Noch andere aber sind bisher nicht einmal öffentlich bekannt geworden, weil die Bundesregierung fürchtet, es könne ein falscher Eindruck im Lande entstehen.

Morgens halb zehn in Berlin

Doch wenn sich im politischen Berlin seit mehreren Wochen schon jeden Morgen um halb zehn Mitarbeitende aus allen mehreren Ministerien online in einer offenen Zoom-Konferenz treffen, dann spricht der Gegenstand ihrer digitalen Tätigkeit eher dafür, dass die Ampel wirklich gar nichts unversucht lässt,. Deutschland wohlbehalten durch die Krise und die „rauen Jahre“ (Steinmeier) zu bringen. 
 
Denn ab 9.30 Uhr wird in dieser kleinen Versammlung weder an großen Strategien noch an der kleinen Tagestaktik gefeilt. Vielmehr kommen Frauen und Männer, Junge und Alte, erfahrene Mitarbeiter und erst kürzlich eingestellte Frischlinge zusammen, um ganz besondere Rituale zu verrichten: Bei der intern spöttisch „Klimagebet“ genannten Anrufung des Wettergottes geht es darum, mit der Kraft vieler Geister darum zu bitten, dass der Herbst noch möglichst lange möglichst warm bleiben und der anstehende Winter gar nicht erst kalt werden möge.
 

Keiner schwor auf den Koran

Erstaunlich, handelt es sich doch bei den Ministerinnen und Ministern der Ampel-Parteien um die bislang gottlosesten Amtsinhaber der Geschichte der deutschen Demokratie. Kaum einer der in Minister*innenämter*innen Berufenen schwor auf die Bibel, gar keiner auf den Koran oder das Kommunistische Manifest. Dennoch überzeugte die Idee einer kollektiven ökumenischen und glaubensübergreifenden Fürbitte für für die Jahreszeit anhaltend zu hohe Temperaturen in den grün geführten Klima-, Landwirtschafts- und Umweltministerien sofort. Nichts unversucht lassen, das ist das Motto einer Koalition, die in ihrer Regierungstätigkeit bisher kaum ein Tabu aufrechterhalten konnte. 
 
Warum also nicht auch beten? Angesichts der Tatsache, dass hierzulande nach wie vor nur drei Ministerien für Klima, Erderwärmung, Wirtschaft, CO2, für eine moderne, freie Gesellschaft aufzunehmen. Doch mit dem russischen Angriff auf die Ukraine sah sie sich plötzlich hinausgezwungen aus dem Wolkenkuckucksheim der umfassenden Weltgestaltung bis ins Jahr 2100 und zurückgeworfen auf die Notwendigkeit realer Notstandsverwaltung im Hier und Heute. 

Maßnahmen wurden ergriffen, manche wurde zurückgenommen, andere werden zurückgenommen werden. Noch andere aber sind bisher nicht einmal öffentlich bekannt geworden, weil die Bundesregierung fürchtet, es könne ein falscher Eindruck im Lande entstehen.

Morgens halb zehn in Berlin

Doch wenn sich im politischen Berlin seit mehreren Wochen schon jeden Morgen um halb zehn Mitarbeitende aus allen mehreren Ministerien online in einer offenen Zoom-Konferenz treffen, dann spricht der Gegenstand ihrer digitalen Tätigkeit eher dafür, dass die Ampel wirklich gar nichts unversucht lässt,. Deutschland wohlbehalten durch die Krise und die „rauen Jahre“ (Steinmeier) zu bringen. 
 
Denn ab 9.30 Uhr wird in dieser kleinen Versammlung weder an großen Strategien noch an der kleinen Tagestaktik gefeilt. Vielmehr kommen Frauen und Männer, Junge und Alte, erfahrene Mitarbeiter und erst kürzlich eingestellte Frischlinge zusammen, um ganz besondere Rituale zu verrichten: Bei der intern spöttisch „Klimagebet“ genannten Anrufung des Wettergottes geht es darum, mit der Kraft vieler Geister darum zu bitten, dass der Herbst noch möglichst lange möglichst warm bleiben und der anstehende Winter gar nicht erst kalt werden möge.
 

Keiner schwor auf den Koran

Erstaunlich, handelt es sich doch bei den Ministerinnen und Ministern der Ampel-Parteien um die bislang gottlosesten Amtsinhaber der Geschichte der deutschen Demokratie. Kaum einer der in Minister*innenämter*innen Berufenen schwor auf die Bibel, gar keiner auf den Koran oder das Kommunistische Manifest. Dennoch überzeugte die Idee einer kollektiven ökumenischen und glaubensübergreifenden Fürbitte für für die Jahreszeit anhaltend zu hohe Temperaturen in den grün geführten Klima-, Landwirtschafts- und Umweltministerien sofort. Nichts unversucht lassen, das ist das Motto einer Koalition, die in ihrer Regierungstätigkeit bisher kaum ein Tabu aufrechterhalten konnte. 
 
Warum also nicht auch beten? Angesichts der Tatsache, dass hierzulande nach wie vor nur drei Ministerien für Klima, Erderwärmung, Wirtschaft, CO2, Landwirtschaft, Umwelt, Ökologie und Verbraucherschutz vor steigenden Temperaturen zuständig sind, aber sechs für den Verkauf von GmbH-Anteilen an einen Erwerber aus China, plädierten selbst ausgewiesene Agnostiker dafür, metaphysische Unterstützung im Gebet an die Klimagötter zu suchen. 
 

Zwiespältige Anrufung  der Apokalypse


Das gesamte Unternehmen ist nicht ohne. Seit die von Deutschland ausgestoßenen Mengen an CO2 drohen, das Klima weltweit zum Kippen zu bringen, steht die Ampel unter Druck,schnell für Abhilfe zu sorgen. Energieerzeugung, industrielle Produktion, aber auch Wohnen, Heizen und Verkehr müssen – nach einem festgelegten festen Fahrplan – radikal heruntergefahren werden. Die Transformation zu einer klimaneutralen Gesellschaft ohne Ressourcenverbauch ist noch nicht endterminiert, soll aber zwischen 2030 und 2038 abgeschlossen sein.

Da passt es auf den ersten Blick recht schlecht, wenn führendste Ministeriumsvertreter Gebete für die Erderwärmung sprechen, Kerzen für die rasche Wirksamwerdung des überhöhten deutschen CO2-Ausstoßes anzünden und darum bitten, dass die gefürchtete nordatlantische Oszillation das Volk der Waschlappen, Wassersparduschen und veganen Daunendecken in diesem Jahr wie im nächsten verschonen möge. Im politischen Berlin sind sich die Spitzen der an den Klimagebeten beteiligten Ministerien dessen sehr bewusst. Für keinen Mitarbeitenden sei die Teilnahme Pflicht, heißt es, allerdings werde es „gern gesehen, wenn jeder sich einbringt“. Abteilungsleiter hakten auch jeweils  Namen ab, dabei handele es sich aber um „eine Formsache“. 

General Winter auf deutscher Seite

Niemand will sich etwas vorwerfen lassen, nicht, etwas getan, aber auch, etwas unterlassen zu haben. Dass ausgerechnet der außer Rand und Band geratene Klimawandel Deutschland helfen könnte, den Energiekrieg zu gewinnen, entbehre nicht einer gewissen Pikanterie, beschreibt der Koalitionshistoriker  Omar Langhansel, der vom bayrischen Regensburg aus analysiert, wie sich die neue Bundesregierung schlägt. „Es ist wirklich wahr“, sagt er, „General Winter, der  einst nicht nur Napoleon, sondern auch  Hitler schlug, also immer auf russischer Seite gefochten hat, könnte diesmal von einem deutschen Winter, der nicht kommt, überstrahlt werden, weil jedes Grad im Land die Wehrbereitschaft in den mehr in deutschen Wohnstuben funktionabel hält.“

An die Wirksamkeit von Klimagebeten glaube er selbst zwar nicht, doch „wenn sie helfen, Putin in die Knie zu zwingen, dann ist das ein erlaubtes Mittel“. Bekannt sei schließlich, dass auch in Moskau regelmäßig gebetet werde. Wladimir Putin lasse sich bei seiner Beschwörung der sogenannten russischen Kältepeitsche vom Prälaten der orthodoxen russischen Kirche anleiten. Im engsten Kremlkreis, so Langhansel, bäten die Männer um Polarwirbel, Oszillation und andere zyklische Phänomene, die ihnen helfen sollen, das Scheitern ihrer völkerrechtswidrigen Aggression zu vertuschen.

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