Klimakonferenz in Ägypten beginnt ohne Aussicht, Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen

Die 27. UN-„Klimakonferenz in Ägypten beginnt: 1,5-Grad-Ziel noch machbar?“. Die grüne Außenministerin Baerbock meint, man habe „alle nötigen Instrumente in der Hand, um die Klimakrise zu begrenzen und auf den 1,5-Grad-Pfad zu kommen“. The Economist sieht es realistischer: „Goodbye 1.5°C: The world is missing its lofty climate targets. Time for some realism“. „Global warming cannot be limited to 1.5°C“ gegenüber dem vorindustriellen Niveau, da der Anstieg bereits knapp 1,2 Grad beträgt und die globalen Treibhausgasemissionen auf Rekordniveau sind (während sie in Deutschland stark sanken, auch wenn die Grünen jetzt lieber auf Kohle als Atomstrom setzen). Ohnehin ist das 1,5 Grad-Ziel nie verbindlich vereinbart worden, sondern ohne Überzeugung der größten Emittenten zusätzlich zum 2 Grad-Ziel ins Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 aufgenommen worden (siehe ‚Fragwürdiges Klimaabkommen beschlossen‘).

Daraus folgt nicht, dass man nichts mehr tun sollte, sondern im Gegenteil sind jetzt verbindliche Vereinbarungen pragmatisches Handeln gefragt statt falsche Versprechungen und Wunschdenken. Denn dieses globale Problem lässt sich nur global und kooperativ lösen. Das wird teuer werden, weshalb das Geld nicht ineffizient verschwendet werden sollte wie in Deutschland, sondern systematisch dort einzusetzen ist, wo es am meisten bringt, unabhängig vom Land und Sektor. Neben staatlichen Zahlungen sind auch private Investitionen anzureizen, wozu die Politik attraktive und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen sollte. Während viele von Nullemissionen träumen, steigen die globalen Emissionen noch an, was zu stoppen und umzukehren Priorität hat. Außerdem sind Maßnahmen zur Abmilderung der Folgen der ohnehin stattfindenden Erderwärmung nötig und sollten weitere technische Innovationen gefördert werden. Klimaschutz und Wohlstand sind keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig stärken. Zu vermeiden sind die Extreme einer reinen Verbotspolitik, die viel kostet und wenig bringt, wie auch das völlige Ignorieren des Problems, wodurch die globale Temperatur um weit mehr als zwei Grad ansteigen wird mit weit höheren Kosten der Anpassung und späteren Emissionsreduktion.

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