Klimastudie: Blut und Hass ab 30 Grad

Glutrote Sonne
Wo die Sonne grausam glüht, kommt es häufig zu Gewalt.

Es sind erschütternde Ergebnisse, die eine neue Studie von Klimaforschenden des Potsdam-Institutes für Klimawissenschaft enthält. Der jungen Mathematikerin Annika Stechemesser war es gelungen, durch die Analyse von mehr als vier Millionen Hass- und Hetznachrichten beim Portal Twitter einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und einer wachsenden Zahl von wütenden und häufig regierungsfeindlichen Notaten nachzuweisen.

Hitze treibt den Hass

Hitze befördere den Hass, der laufende Klimawandel mit seinem in Paris vereinbarten Ziel einer um 1,5 Grad höheren Durchschnittstemperatur bedeute für Europa und Deutschland, den weltweit am schlimmsten betroffenen Gebieten, Hochrechnungen zufolge eine Zunahme von verbaler Brutalität um mehr als ein Viertel. Stechemessers Hass-Thermometer zeigt: Zwar provoziert auch ein Sinken der Außentemperatur unter 12 Grad einen Anstieg von Hasspostings um 12 Prozent. Doch jeder Anstieg aus einem sogenannten Wohlfühltemperaturfenster von zwischen 12 und 21 Grad lasse den Hass gleich um 22 Prozent ansteigen.

Erkenntnisse, die zwar aus amerikanischen Daten gewonnen wurden, erstmals aber auch für Deutschland belegen, was der UN-Weltklimarat IPCC bereits 2014 als gesichertes Wissen angenommen hatte: Der Klimawandel ist eine Bedrohung für Frieden und Sicherheit, weil ein zunehmender heißer werdendes Klima mit jedem zusätzlichen Grad zu exponentiell mehr Gewalt führt. 

Schon damals wies die Weltkarte der Gewalt offenkundige Übereinstimmungen mit der Karte der höchsten Welttemperaturen auf: Je wärmer es dem Menschen jenseits normaler Wohlfühltemperaturen bis um die 28 Grad wird, desto schneller und häufiger kommt es zu Gewaltausbrüchen. Zusätzlich verschärfend wirken die verschiedenen Kleiderordnungen: Vor allem dort, wo Menschen inmitten glühender Hitze darauf bestehen, riesige Turbane und schwarze Umhänge zu tragen, steigt die Gefahr von Gewalt. 

Warnungen in den Wind

In Deutschland wurden die Warnungen damals allerdings noch in den Wind geschlagen. Dass Menschen, deren Leben von Kindesbeinen an geprägt wurde durch ein tagsüber kaum erträgliches Klima, anfälliger für die Rekrutierung durch bewaffnete Gruppen wie Terrororganisationen und Drogenbanden werden, dass sie wegen hoher Temperaturen weniger oft in der Lage sind, kontinuierliche Wertschöpfung zu betreiben und überproportional oft versuchen, ihre aufgeheizten und häufig gewalttätigen Heimatländer zu verlassen, galt in den Zeiten des „Zustroms“ (Angela Merkel) als Angriff auf den Asylkompromiss vom Mai 1993, mit dem CDU, SPD, CSU und FDP Möglichkeiten geschaffen hatten, sich trotz öffentlich erklärter Einschränkungen erfolgreich auf das Grundrecht auf Asyl zu berufen.

Erst mit der Bestätigung durch Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckhardt gilt nun als nachgewiesen und anerkannt, dass Hass und Gewalt sind oft nicht religiös oder rassisch motiviert sind, sondern als Verzweiflungstaten im Angesicht von Tagestemperaturen oberhalb von 21 Grad gelten müssen. Verschärfend kommt hinzu, das etwa in Staaten wie Afghanistan, Mali, im Jemen oder Äthiopien etwa unter dunklen Turbanen bis zu 67 Grad herrschen können. Solche Temperaturen entziehen dem Hirn Wasser, Denkprozesse verlangsamen sich, es kommt zu sogenannten kleinen Infarkten. 

Keine Kühlung der Gemüter

Ein Phänomen, das in der Vergangenheit vor allem in den ausgeglühten Teilen von Niger, Nigeria, Tschad und Kamerun zu beobachten war. Hier leidet die schnell wachsende Bevölkerung unter einer ganzen Reihe von Belastungen: Arbeitslosigkeit, Armut, vor allem aber große Hitze, die zu beidem führt. Daraus resultiert Gewalt. Und weil zur Kühlung der Gemüter nicht genug Wasser zur Verfügung steht, weil die Natur die beständig wachsende Population nicht mehr versorgen kann, entstehen Spannungen zwischen Gruppen, die auf das Wasser angewiesen sind. Diese entladen sich besonders an heißen Tagen in gewaltsamen Aufständen und Bürgerkriegen, an denen deutsche Bauern, deutsche Braunkohlekraftwerke und deutsche Verbrauchen direkt die Verantwortung tragen.

Für Deutschland vorerst ein Menetekel, doch absehbar ist ein Übergreifen der gewalttätigen Klimafolgen auch auf das im Augenblick noch weitgehend befriedet wirkende EU-Kernland. Ab 21 Grad äußert sich der Klimawandel in Form von Hetz- und Hassbotschaften, „mit zunehmenden Extremtemperaturen“ nimmt er dann „sogar noch weiter zu“ (Göring-Eckhardt), so dass der „Kampf gegen die Klimakrise auch im Kampf gegen HateSpeech“ hilft.

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