Pfirsich-Eistee in der Wüste

Es war doch klar, dass das Ärger geben würde. Fußball-WM in einem islamisch geprägten Land Arabiens, wie naiv muss man sein, um einen solchen Austragungsort zu wählen, damit „die Welt zu Gast bei Freunden“ eine Party feiern kann? Freunde trinken zusammen Alkohol, jedenfalls die Freunde aus der westlichen Hemisphäre. Und die Freunde aus der östlichen Hemisphäre übrigens auch. Eigentlich alle außer die Freunde in Arabien.

Aber nun hat die FIFA in ihrer unendlichen Weisheit entschieden, und jetzt ist das so.

Immerhin hatte Gastgeber Katar das Zugeständnis gemacht, dass in ausgewiesenen Bereichen alkoholische Getränke an die Freunde aus aller Welt ausgeschenkt werden dürfen. Das hat der oberste Scheich nun – zwei Tage vor Anpfiff – kassiert. Und das ist nicht gut, denn Fußball und Bier – das gehört zusammen, wie ich aus eigener jahrzehntelanger Erfahrung weiß.

Eine Fußball-WM ohne Bier mit Alkohol, das ist wie der Weltkongress der Veganer in der Metzgerei an der Ecke, das ist wie die Osternachtsmesse im Kölner Dom mit Atheisten. Kurz: das ist unmöglich.

Alkoholfreies Bier soll es immerhin geben, haben wir erfahren, und ich habe in meinem wirklich großen Freundes- und Bekanntenkreis sage und schreibe EINEN, der das regelmäßig und gerne trinkt. Zählen wir die Kölsch-Freunde dazu, sind es eine Handvoll mehr.

Ich bin sehr gespannt, wie sie das durchsetzen werden in Katar, wenn England das Halbfinale erreicht und da 10.000 sehr durstige Liverpool-Fans durch Doha schlendern, denen man Pfirsich-Eistee und alkoholfreies Bier anbietet…

Der Beitrag Pfirsich-Eistee in der Wüste erschien zuerst auf Denken erwünscht – der Kelle-Blog.

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