Stell dir vor es ist längst Krieg und niemandem ist es aufgefallen

Arnold Böcklin, der Krieg (unvollendet, um 1897)

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Auf dem Münchener Oktoberfest gibt es seit über 100 Jahren das sogenannte «Teufelsrad». Schon Karl Valentin soll auf der berühmten Drehscheibe Platz genommen haben, die am Ende jeden durch die Zentripetalkräfte der Drehung abwirft. Befinden sich inzwischen ganze Gesellschaften auf einem solchen Teufelsrad? Das Rad der Ereignisse dreht sich jedenfalls gefühlt immer schneller und immer verwirrender. Spätestens seit der Ostseepipeline-Sabotage und der öffentlichen Dankesadresse an die USA durch den ehemaligen polnischen Außen- und Verteidigungsminister Radek Sikorski via Twitter fühlt man sich wie im falschen Film. Wenn das unsere Freunde sind, um was geht es hier überhaupt? Wer will eine Eskalation des Russland-Ukraine-Kriegs und zu welchem Ziel? Gerade müssen sich viele Medien und Politiker besonders dumm stellen, um nicht noch dümmer dazustehen.

Was bezweckte der ehemalige polnische Außen- und Verteidigungsminister mit dieser (inzwischen gelöschten) Aussage? (Screenshot: Twitter)

Massenkonditionierung auf Krieg

Verwirrung der Orientation ist ein taktisches Kriegsmittel und wenn es nur darum ginge, muss man feststellen: Wir sind längst im Krieg und das nicht erst seit dem Russland-Ukraine-Konflikt. Allein die Verwirrungen der Logik in den letzten zwei Pandemiejahren, die Eskalation der Maßnahmen, die falschen Freiheitsversprechen sowie die massive Beschränkung des öffentlichen Diskurses sprechen eine deutliche Sprache der Eskalation. Sicher: noch landen keine Granaten in europäischen Vorgärten. Doch der Krieg schleicht sich langsam aber sicher in den Alltag der Menschen, sei es durch Teuerung, Energierationierung oder Flüchtlingsströme. Er soll sich in Hirnen, Herzen und Eingeweiden festsetzen, frei nach dem Motto: nie darüber reden, immer daran denken.

Die letzten Jahre lassen sich mit etwas Distanz unschwer als eine psychologische Massenkonditionierung auf Krieg deuten. Krieg beginnt nicht erst mit Kriegserklärungen oder dem ersten Schuss. Krieg beginnt mit dem Muster der Etablierung eines eindimensionalen Feindbilds sowie dessen permanenter Propagierung. Diese Aufgabe haben die Medien des Westens nur zu gerne übernommen. Der erste Schuss fiel demnach in den Redaktionen, wo bezeichnenderweise auch noch größtenteils Wehrdienstverweigerer sitzen dürften. Die ersten Patronen enthielten Tinte.

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