Truss wird britische Premierministerin

Die „Queen ernennt Liz Truss zur britischen Premierministerin“. Bei der Nominierung für die Wahl vom Vorsitz der Conservative Party (Tories) durch die Abgeordneten lag sie bis in der vorletzten Runde auf dem dritten Platz. Erst in der letzten Runde verdrängte sie Penny Mordaunt und kam so in die Stichwahl gegen Rishi Sunak, den stets eine relative Mehrheit der Abgeordneten präferiert hatte. In der Stichwahl stimmten die Parteimitglieder ab und sie gewann mit 57,4 Prozent der gültigen Stimmen (bei einer Beteiligung von 82,6 Prozent der Mitglieder). Der Tradition folgend wird sie als Vorsitzende der Regierungspartei auch Premierministerin, was heute vollzogen wurde, womit Boris Johnson aus dem Amt schied.

Frau Truss hat nun viel zu tun, um die großen Probleme des Vereinigten Königreichs zu lösen. Was sie tun wird, ist unklar, da sie sich bis zuletzt sehr opportunistisch verhalten und ihre Positionen ständig angepasst hat. Deshalb hat sie gegen den etwas prinzipienfesteren früheren Finanzminister die Stichwahl gewonnen. Doch bei der Lösung realer Probleme ist das weniger hilfreich. Frau „Truss ernennt erste britische Regierung ohne weißen Mann in Spitzenposition“, doch politisch ist ihr Kabinett nicht sehr divers, was zu weiteren Konflikten innerhalb ihrer Partei führen dürfte. Trotzdem wünsche ich ihr viel Erfolg dabei, die Lage in Großbritannien zu bessern.

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