Unversöhnlich in Schweinfurt: Corona-Demo mit Kleinkind

Es sind Bilder wie von einem 1. Mai in Berlin-Kreuzberg, aber sie wurden gestern in Schweinfurt aufgenommen. Demo gegen Bayerns Corona-Maßnahmen, die große Menge der Menschen wie immer friedlich. Sie nehmen ihr Grundrecht wahr, und das ist nicht nur in Ordnung, sondern notwendig in einer Demokratie.

Jeden Tag hören wir von neuen Impferfolgen – Lauterbachs Karl verkündete jetzt neue Millionen-Zahlen von Impfdosen und Geimpften. Ganz klar, wer die Augen aufmacht, wird nicht bestreiten, dass die große Mehrheit der Bevölkerung den Aufrufen zum Impfen folgt. Aber ein Viertel der Deutschen, das sind 20 Millionen Menschen, sind nicht geimpft, sie treffen eine freie Entscheidung für sich und ihren Körper. Und das dürfen sie, und sie dürfen für ihre Überzeugung auch auf die Straßen gehen und demonstrieren.

Aber, und da komme ich zurück zu Kreuzberg, es gibt auch bei der erbitterten Auseinandersetzung in der Bevölkerung ums Impfen nicht nur schwarz und weiß, nicht einfach die Guten und Bösen.

Ich habe mir heute morgen Kurzvideos aus Schweinfurt  in den sozialen Netzwerken angeschaut und muss leider feststellen, dass es auch auf diesen Demos aggressive Leute gibt, die weit über das hinausgehen, was bei einer Demo stattfinden sollte. Kreischende Kinder, die Polizisten anspucken, zum Beispiel. Bisher kannte ich solche traurigen Gestalten nur von linken Demos gegen den „Marsch für das Leben“ oder die AfD.

Und, besonders beliebt im Netz, Videos von prügelnden Polizisten. Kein Zweifel, es gibt Uniformierte, die bei Querdenker-Demos völlig überziehen, das haben wir ja auch bei den ersten Demonstrationen in Berlin erlebt. Und erinnern Sie sich noch an die Berliner Prügel-Polizisten, die die völlig friedlich demonstrierende frühere DDR-Bürgerrechtlerin und Mitbegründerin der Ost-SPD, Angelika Barbe – 69 Jahre alt – aus einer Demo zerren und über die Straße schleppen wie einen nassen Sack? Das ist nicht Rechtsstaat, wie ich ihn mir vorstelle.

Doch zurück zu Schweinfurt gestern Abend. Eine Mutter hatte ihr vierjähriges Kind zu der Demo mitgenommen, der Junge geriet in den Tränengas-Nebel und musste mit Augenreizungen von Sanitätern behandelt werden. Wie krank ist das? Wer nimmt ein vierjähriges Kind mit auf eine Demo am Abend, wo es hitzig zugeht. Das konnte man wissen, wenn man Berichte über andere ähnliche Demos vorher gesehen hat. Und es ist auch nicht neu, denn schon die Linksextremisten, die einst in Brokdorf gegen Atomkraft marschierten, trugen ihre Kleinkinder im Tragebeutel vor sich her wie Geiseln als Schutzschilde vor den Polizei-Hundertschaften.

Für sowas habe ich kein Verständnis.

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