Vergrößertes Arbeitsmarktproblem

BERICHT. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen verdoppelt.

Vom Coronakrisenjahr 2020 hat sich die österreichische Wirtschaft atemberaubend schnell erholt. Im Herbst gab es weniger Arbeitslose als vor der Krise. Das sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen: Längerfristig gibt es ein wachsendes Problem.

Für November weist die AMS-Datenbank 289.340 Arbeitslose aus. Das waren um rund 100.000 weniger als im Jahr davor und sogar um 10.000 weniger im November vor zwei Jahren. Das ist erfreulich. Schaut man sich jedoch weiter zurück und im Speziellen auf Langzeitbeschäftigungslose, die beim AMS vorgemerkt sind, wird das Bild getrübt.

Bis Anfang der 2010er Jahre waren weniger als 80.000 Langzeitbeschäftigungslose erfasst. Heute sind es mit knapp 160.000 doppelt so viele und auch etwas mehr als vor der Coronakrise. Ein Grund: Betroffene sind in der Regel schon über einem Jahr ohne Job und tun sich daher besonders schwer, auf den Arbeitsmarkt zurückzukehren.

Außerdem deckt sich die Entwicklung der vorgemerkten Langzeitbeschäftigungslosen mit jener der Wirtschaftsleistung: 2019 kam es in Folge der Finanzkrise zwar zu einem Einbruch, ansonsten aber gab es bis 2011 ein vergleichsweise großes Wirtschaftswachstum. 2012 bis 2015 kam dieses Wachstum beinahe zum Erliegen, die Arbeitslosigkeit nahm zu. 2018 bis 2019 war die wirtschaftliche Entwicklung mit bis zu zweieinhalb Prozent plus wieder relativ gut. In dieser Zeit ging die Zahl der vorgemerkten Langzeitbeschäftigungslosen zurück, bleib aber weit über dem ursprünglichen Niveau.

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