Was tun? Ihre Antworten

Fragen und Antworten, auch auf der Demo “Friedlich zusammen” vom 12.03.22 in Berlin (Foto: Dietrich Brüggemann)

Was tun? So lautet die Frage, die ich vor nunmehr fast zwei Monaten an Sie alle stellte, mit der Absicht, hier ein paar Antworten vorzustellen. Siehe hier:

Freischwebende Intelligenz
Wahrheit, Freiheit, Neubeginn
Dies ist ein Text, der kurz zum Innehalten einladen soll. Kürzlich war ich zu einer Talkrunde eingeladen, in der es um die Frage ging, ob der Journalismus noch zu retten sei. Irgendwann landeten wir bei der Frage: Was ist der Mensch? Auch wenn wir in dieser Runde darauf sicher nicht die befriedigenden Antworten gefunden haben, die viele gerne hätten: Es…

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Ich bin zuerst einmal überwältigt von der Anzahl und Tiefgründigkeit der Zusendungen und kann hier natürlich nur einen kleinen Teil davon wiedergeben. Aus vielen Zusendungen spricht Verzweiflung: Über die Politik, die Wissenschaft, die Medien (ganz besonders häufig) sowie die lieben Mitmenschen. Viele verzweifeln schlicht an der Spezies Mensch. Auch mir geht es manchmal so. Umso erbaulicher fand ich es, so viele tief- und mitdenkende Leser um mich herum zu wissen, die in der Lage sind, eine schonungslose Analyse der Situation anzustellen und daraus reife Handlungsoptionen abzuleiten. Ich spüre aus den vielen Antworten, wie beleidigend diese Situation für den Intellekt ist und wie groß der Wille danach ist, in der Wahrheit leben zu wollen.

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Die Antworten unterscheiden sich naturgemäß stark. Manche haben ganze Wunschlisten formuliert (GEZ abschaffen, Volksentscheide einführen, Lobbyismus verbieten, ein Imperatives Mandat einführen etc.). Andere haben tiefe philosophische Abhandlungen eingereicht. Andere haben sich in Gedichtform geäussert. Manche arbeiten auch an ganz konkreten Vernetzungsmöglichkeiten, bis hin zur Gründung eigener Dörfer, Bürgergenossenschaften oder Privatstädten. Ich versuche hier mal, einen Querschnitt der Einsendungen zu zeichnen. Die Namen habe ich zumeist gekürzt (kann diese auf Verlangen aber auch nachträglich ausschreiben).

Eine grundsätzliche Neukalibrierung der Gesellschaft fordert Leserin Myrthe J.:

«Die Basis einer neuen aufgeklärten Zivilisation mit einer längeren Haltbarkeitsfrist besteht meiner Ansicht nach in einer Art „orphischen Praxis“, in welcher der Mensch die Abgründe der Existenz permanent und mutig auszuloten vermag, um stets aufs Neue den Kopf aus den Sümpfen seiner existentiellen Auseinandersetzungen herausstrecken zu können und, beispielsweise, einen Baum zu erblicken. Eine Kultur, die den Gang durch die Hölle zur geübten Tätigkeit werden lässt. In einer solchen Kultur kann es nicht mehr zur Verdrängung des Unbequemen, Verstörenden, Beängstigenden, Schmerzhaften kommen, so wie das in den letzten Jahrzehnten der Fall war und mittlerweile exorbitante Ausmaße angenommen hat, ersichtlich in dem geradezu totalen Zwang zu Oberflächlichkeit, Leichtigkeit, ‚Spaß‘. In einer solchen Kultur werden das Unbequeme und Verstörende, das Beängstigende und Schmerzhafte unermüdlich dazu eingeladen, die Arbeit zu machen, für welche sie da sind, die Arbeit der Vertiefung und Verinnerlichung. Und es sind die Arbeiter des Geistes, die vormachen können, worum es geht, indem sie auf ihren hübsch-konstruierten Gedankenkomplexen nicht sitzen bleiben, und nicht auf den Bühnen hinter den Rednerpulten stehe bleiben, sondern stets aufs Neue, mutig und uneitel, mit den eigenen Gedanken ‚ins Revier‘ gehen.

Ja, es braucht eine neuartige ‚Aufklärung inclusive‘, das heißt eine Aufklärung ohne Angst vor dem Leben, vor ‚dem Emotionalen‘ oder ‚Spirituellen‘, vor dem Körperlichen, dem Praktischen und der Kritik. Dies alles muss künftig dazugehören dürfen, auch und gerade, wenn es den Denkenden in gewisse Nöte hineinkatapultiert. Denn das ist gut. Wir brauchen viele, innere Nöte, um erkennen zu lernen, um zu reifen.»

Leser Boris K. nimmt sich (stellvertretend für sehr viele!) die Massenmedien vor:

“Die mit Abstand notwendigste Aufgabe ist m.E. eine radikale Reform der Massenmedien. Wir müssen verstehen, dass wir nicht mehr in der Welt der klassischen Diktaturen leben, in denen (wie heute noch z.B. in der Türkei) die Politik über die Medien herrscht und ihnen diktiert, was sie bereichten sollen. Im postpostmodernen Westen ist es schon längst umgekehrt. Die Medien sind heute die waren Treiber des Totalitarismus, des Hasses und der Hetzjagd, und die Politiker sind bloß Getriebene. (Das macht sie nicht weniger verantwortlich dafür, dass sie sich treiben lassen, aber den radikalen Umbau der Küche muss man doch mit dem Koch und nicht mit dem Kellner anfangen, und die Köche sind jetzt die übermächtigen Medienbosse, während Minister ihre Kellner sind.)

Ich gebe leider ehrlich zu, dass ich NICHT WEIß, wie genau diese Reform aussehen sollte, aber ohne sie gibt es keine Zukunft, weil die Medien im 21.Jh. so allmächtig geworden sind, dass sie, wenn sie sich einig sind, mit uns Menschen ALLES was sie wollen machen können. Wenn nur alle(!) Medien ohne Ausnahme sagen, dass Mord ein Akt der Menschenliebe ist, oder dass Vergewaltigung zu bürgerlichen Pflichten gehört, o.ä., dann IST es so, und es wird keine Möglichkeit geben, dies zu widerlegen. Deshalb meine ich entgegen dem Buch von M.Meyen, aber in Übereinstimmung mit dem Film, auf den das Buch anspielt (https://de.wikipedia.org/wiki/Matrix_(Film), dass die Matrix niemals „aufgeklärt“, sondern nur komplett zerstört werden kann und soll. Ihre Koexistenz mit unseren Freiheiten ist genauso undenkbar wir die von Rom und Karthago im antiken Mittelmeer – also Massenmedien delenda sunt. Selbstverständlich sollen alle Dozenten und Professoren für Journalistik sowie alle gegenwärtig führenden Chefjournalisten ihres Amtes enthoben und mit einem absoluten Berufsverbot belegt werden; sie können ein anständiges Handwerk erlernen, denn sie haben so viel über das „Allgemeinwohl“ geredet, dass ihnen schließlich die Möglichkeit gegeben werden soll, zu diesem ein bisschen beizutragen. Eine vielleicht Schnapsidee wäre die Pflicht zum Aufhängen in jedem Chefredakteurbüro vom Portrait von Julius Streicher mit der Überschrift „Auch ich habe gelogen!“ Selbstverständlich würde das alles nicht ausreichen. Ich wäre gern bereit, verschiedene Vorschläge zur Zerschlagung der Krake Massenmedien diskutieren; Hauptsache, wir sollen verstehen, dass solange diese Krake existiert, eine freiheitliche Gesellschaft niemals gesichert werden kann (…).“

Leserin Nina S. schlägt vor, sich mit anderen bei einer nützlichen und sinnvollen Tätigkeit zu verbinden:

“Was tun? Eine Gartengruppe ins Leben rufen! Durch die gemeinsame Arbeit im Garten wird die psychische und physische Gesundheit gefördert sowie ein Bezug hergestellt zur natürlichen und sozialen Umwelt.

  • Körperliche Gesundheit

Zuerst ist da der Akt des Gärtnern selbst: Frische Luft, Vitamin D – die Vorzüge liegen auf der Hand. Der Garten zwingt einen, sich dies regelmässig zu Gemüte zu führen, auch wenn das Wetter mal nicht so toll ist. Ein bisschen Bewegung hat auch noch niemandem geschadet.

Wer Gemüse anbaut, hat zudem Kontrolle über seine eigene Nahrung. Welche Dünge- und Pflanzenschutzmittel werden verwendet? Wie stelle ich sicher, dass mein Gemüse nährstoffreich ist? Was ich täglich meinem Körper zufüge, wird sich unweigerlich auf meine Gesundheit auswirken.

  • Psychische Gesundheit

Selbst gezogenes Gemüse ist nicht nur nahrhafter, günstiger und schmeckt besser als Gemüse vom Supermarkt, die Freude, der Stolz und die Dankbarkeit bei der Ernte sind unbezahlbar. Gewisse Mikroben im (gesunden) Boden kurbeln unsere Serotoninproduktion an. Die Arbeit in der Gruppe schafft eine Verbindung, die über das Freundschaftliche hinaus- und ins Familiäre hinübergeht. Weil man sich regelmässig und somit zwangsläufig in allen möglichen Launen trifft, lernt man sich auf eine spezielle Art kennen und übt sich darin, Andere zu akzeptieren, auch wenn sie mal nerven. Zudem bietet die Gruppe einen sicheren Ort, in dem man sich aufgehoben fühlen und Freud und Leid teilen kann. Ausserdem macht es einfach viel mehr Spass, mit Anderen zu arbeiten!

  • Konfliktbewältigung und Entscheidungsfindung

Natürlich gibt es in jeder Gruppe Konflikte. Da ein Garten erfordert, dass man sich ihm verpflichtet und regelmässig zusammenkommt, ist die übliche Konfliktbewältigungsstrategie der Vermeidung nicht praktikabel. Weil viel auf dem Spiel steht (schliesslich wollen alle nicht nur Spass, sondern auch eine reiche Ernte haben), müssen Konflikte ausgetragen und bereinigt werden. An seiner eigenen Kommunikation und Akzeptanz zu arbeiten, ist daher unabdinglich. Weiter ist eine Gartengruppe ein Spielfeld, auf dem man ausprobieren kann, Entscheidungen in einer kleinen Gemeinschaft zu treffen in der Abwesenheit von autoritären Strukturen wie Polizei, Justiz und Mehrheitsdiktatur.

  • Einbindung in die Umwelt

Nicht zuletzt bindet uns das Gärtnern in Abläufe ein, die grösser und älter als wir selbst sind. Die Jahreszeiten und mit ihnen die verschiedenen Gemüsesorten, Insekten und Gemütszustände kommen und gehen stetig: immer ähnlich, nie gleich. Die eigenen Probleme werden realistischer in ihrer Dimension. Egal, was gerade in unserem Leben passiert, der Garten wächst weiter, fordert Aufmerksamkeit und bietet ein Refugium. Sein eigenes Gemüse anzubauen macht einen gleichzeitig unabhängiger von globalen Lieferketten und mehr verbunden mit Nahrungsproduzentinnen auf der ganzen Welt. Ich schätze die Arbeit, die diese Produktion benötigt viel mehr und bin froh, dass jemand meinen Weizen anbaut und ihn zu Mehl verarbeitet. Ich überlege nun genau, wie und wofür ich Bauern kritisiere, anstatt sie kollektiv in die Ecke der Umweltverschmutzer zu stellen.

Eckdaten zu unserer Gartengruppe “Fertile Ground” in Neuseeland

  • 7 Mitglieder

  • treffen uns auf privatem Grundstück wöchentlich Montags 9-15 Uhr mit einer Stunde Kaffeepause in der Mitte zum Austausch und Planung der anfallenden Arbeiten

Verbindlichkeit ist essenziell

  • erledigen alle Arbeiten kollektiv, jeder nach seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen → Ernte wird gleichmässig verteilt am Ende des Tages

  • pflanzen ausser einigem Sommergemüse wie Tomaten und Gurken alles zusammen an, ausreichend für das ganze Jahr (inkl. Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch) für zwei Erwachsene

  • $15 pro Monat Mitgliederbeitrag (für Samen etc.) und einmaliger Startbeitrag von $50

  • 2-4 homeschool Kinder im Alter von 3-10 Jahren”

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Manuel P. plädiert für ein Gegenprogramm zu Bidermans Diagramm des Zwangs. Wer erkennt, was vor sich geht, hat es schlicht leichter, sich gegenteilig zu positionieren:

“1. Isolierung

sozial aktiv bleiben

2. Wahrnehmung auf ein Thema binden

Kreativ sein/bleiben/werden,

Themenoffen bleiben

3. Induzierte Entkräftung und Erschöpfung über lange Zeit

Ruhe-, Besinnungs- und Erholungsinseln „bauen“ und nach Bedarf nutzen

4. Bedrohung

„ruhig“ bleiben, Bedrohung realistisch abschätzen, ggf. Abwehr- und Schutzmaßnahmen planen

5. Gelegentliche Nachsichten

Müssen nicht angenommen werden,

positiv ablehnen, sich selbst und anderen gegenüber nachsichtig sein, Gutes tun und sich selbst dafür loben

6. Demonstration von „Allwissenheit / Allmacht“

Demonstration geistig „auflösen“ oder eine Beobachterrolle einnehmen, denn weiterhin gilt: Niemand weiß alles!

7. Erniedrigung

wo immer es geht: bewusst meiden! Ansonsten: Erniedrigung direkt ansprechen und um Schutz bitten

8. Erzwingen seltsamer Forderungen

Wo immer es geht: bewusst meiden! Ansonsten: friedlichen Protest durch eigene Beteiligung aufrecht erhalten.”

Leser Markus T. spricht aus, was viele sich in Sachen Aufarbeitung wünschen:

“Was wir Minimum brauchen, sind Nürnberger Prozesse reloaded – den Zusammenbruch des EU-Monsters – die Einführung eines echten Vollgeldsystems, die Abschaffung des Parteienunwesens, die Presse zurück in die Flasche, aus der sie gekommen war, die Schleifung der Klima-Wahn Burg und die Betreibung von echtem Naturschutz, echte Kooperation mit Russland, einen vollständigen Neuaufbau des Erziehungswesens mit Abschaffung der Schulpflicht, was natürlich bedeutet, dass Kinder-quäl-Lehrer ihre Qualifikation verloren haben, Rehabiliatation und Entschädigung aller aus dem Land getriebenen Anwälte und Ärtze, das Verbot krimineller Ärzte-Berufsvereinigungen, die Neuaufstellung des gesamten Justizwesen, Verbot jeglicher Lobbyarbeit in den Parlamenten, Streichung aller Vergütungen im gehobenen Beamtenapparat (bis die Inflation abflacht) … also da ist sehr sehr viel zu tun.

Ebenso klar ist, dass die Jünger Carolas das nicht werden leisten können. Es wird also eine „gute Krise“ brauchen – die wir nicht ungenutzt lassen sollten, Herrn Schwab und seine Verbrecherbande los zu werden.”

Wo wollen wir hin? Hans Spielmann vom Kanal Liedersonne.com hat ein Lied auf die heutige Situation adaptiert:

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Immer wieder kamen auch Verweise auf die Lehre von der „Sozialen Dreigliederung“ von Rudolf Steiner, so u.a. von Leser Tobias B.:

«Rudolf Steiner war ein besonderer Mensch, der Gesetzmäßigkeiten über den Mensch und seine Wesensglieder Körper, Seele, Geist erforscht und beschrieben hat.

Das wäre meine Anregung.»

Startseite

Herzlich willkommen

Akademie Zukunft Mensch

Leser A. Weiß holt sich Anregungen aus der Bahai Religion:

«Gewählt werden aus der Region, (Stadt, Landkreis, Dörfer etc.) ohne Wahlpropaganda, neun Personen, die die meisten Stimmen auf sich vereinigen, für 1 Jahr. Dieses sind die regionalen Räte für die Belange vor Ort.

Gleichzeitig werden Abgeordnete gewählt, aus jedem Cluster, die einen nationalen Rat wählen, wobei jeder! wählbar ist, wiederum für ein Jahr. Für die nationalen Belange. Darüber hinaus werden Ausschüsse benannt von diesen Gremien, die sich um bestimmte Bereiche, Belange kümmern aber nicht entscheiden können, sondern ihre Lösungen den Räten vorlegen die dann darüber beschließen. Dieses sind dann in der Regel Ehrenämter die nicht abzulehnen sind.»

Leserin Erika Blum findet, dass aufgrund der gegenwärtigen Situation eine Neufassung der Nationalhymne nötig wäre und liefert diese gleich mit:

“Einigkeit und Recht und Freiheit

Sind verbannt aus unserm Land.

Angestrebt wird nur noch Gleichheit

Führung nur mit starker Hand!

Einigkeit und Recht und Freiheit

war’n einst des Glückes Unterpfand.

Verblichen ist der Glanz des Glückes.

Armes, deutsches Vaterland!

Eigentlich musst Du es wissen,

Hast schon einmal so agiert.

Das hat Dich zerfetzt, zerrissen.

Siehst Du nicht, was heut passiert?

Heut wie einst sollst Du kapieren:

So zerstört man nur ein Land!

Willst Du Dich erneut verlieren?

Armes, deutsches Vaterland!

Deutschland, was hast Du verbrochen?

Hast uns die Würde aberkannt.

Dabei hast Du einst versprochen

Brüderlich mit Herz und Hand

Für Einigkeit und Recht und Freiheit

Einzutreten in dem Land.

Hast das Versprechen nun gebrochen

Und längst verloren den Verstand.

Land der Dichter und der Denker

Was ist nur mit Dir gescheh’n?

Du wirst krank und immer kränker

Kannst Du das denn nicht versteh’n

Folgst noch immer blind Befehlen,

Weißt nicht mehr, was Würde ist.

Steh auf, lass Dich nicht weiter quälen,

Weil Du sonst verloren bist.”

Leser Mark K. bringt die Verzweiflung zum Ausdruck, die ihn befällt, wenn er an Deutschland denkt. Das System ist seiner Ansicht nach nicht mehr zu retten.

“Mittlerweile bin ich soweit, dass ich in meiner inneren Emigration angekommen bin. Ich bin nicht mehr Waldgänger, ich lebe nun im Wald. Das politische System ist von Grund auf marode. Wie ein alter Baum, der voller Krankheiten und Pilzbefall ist, nicht gepflegt und falsch beschnitten wurde. Nicht mehr zu retten. Anstatt diesen aber nun gewaltsam zu entfernen, warte ich, bis dieser alleine den Krankheiten erliegt und von der Natur kompostiert wird. Wir Dissidenten tragen aber den Samen für etwas neues in uns. Das einzige was wir tun können, ist uns gegen die Krankheiten des alten Systems zu wappnen und stattdessen etwas neues gedeihen lassen.”

Leser K. E. W. hat in seinem Blog geantwortet und plädiert (wie so viele andere auch) für dezentrale Strukturen von unten nach oben:

«Dezentrale, lokale und analoge Treffen weniger Gleichgesinnter genügen, um kollektive Projekte aller Art umzusetzen. Diese einzelnen Gruppen können und sollten sich überregional vernetzen, um Ideen und Erfahrungen auszutauschen. Zentrale Organisationen, Parteien oder eingetragene Vereine würde ich meiden, da sie Teil des Systems und anfällig für staatliche Überwachung und Einflussnahmen sind.»

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Leserin Caroline Eva B. plädiert ebenfalls für ein back to the roots, einem Zurück zu Kleinstrukturen, wo der Kontakt zum Mitmenschen noch da ist und demzufolge sowohl Anerkennung von Leistung als auch Solidarität ganz konkret namentlich sichtbar und transparent sind.

“Ohne konkret zu wissen, ob es heute noch funktionieren kann: Mein Idealbild des menschlichen Zusammenlebens sind dörfliche Gemeinschaften mit 150-200 (evtl maximal 500) Menschen, die sich alle kennen und die miteinander im Tauschhandel leben und arbeiten. Geld gibt es nicht oder wenn, dann zwingend zinsfrei.

Das Problem der heutigen Welt ist das Zinsgeld/Schuldgeld und dass die Menschen nur noch nebeneinander her statt miteinander leben. 

Diese Kern-Dörfer/Kern-Familienstrukturen kooperieren selbstverständlich mit Nachbargemeinden, halten gemeinsam Markt und kümmern sich gemeinsam um Infrastruktur und größere Projekte. Jeder in dieser Gemeinschaft hat seine Aufgabe und Pflichten, aber natürlich auch alle Rechte.  Wer nicht (mehr) in die Gemeinschaft passt, der kann in einer Nachbargemeinde, oder auch weiter weg, unterkommen. Es gibt keine Anführer, höchstens Sprecher, die nach außen repräsentieren, was gemeinsam beschlossen wurde. Diese Sprecher sind direkt ihrer Gemeinschaft Rechenschaft schuldig, jederzeit ansprechbar, persönlich haftbar und verantwortlich.

Jeder in der Gemeinschaft hat seine Aufgabe, die Kinder und die Alten werden in den Familien versorgt und nicht fremdvergeben an Horte und Heime. Mütter haben neben einem Job, wenn sie einen haben möchten, Zeit für diese Versorgung der Familie (von mir aus auch die Männer, wenn sich Mann und Frau drauf einigen, meistens liegt das aber natürlicherweise doch mehr den Müttern). Die Familie, das Haus, die Region, die Heimat werden hochgehalten und gewürdigt. 

Der Lohn der täglichen Arbeit ist sichtbar und anfassbar, keiner muss sich bei fremden Menschen verschulden, die dann ohne eigene Arbeit nur vom Zins leben und die anderen Stück für Stück weiter ausbeuten. 

Ich stelle mir vor, dass unsere Ahnen vor der Übernahme durch globalistisch agierende „Eliten“/Parasiten so gelebt haben und zufrieden waren. Ob das heute mit so vielen Menschen auf der Erde noch geht, weiß ich nicht, aber Gedanken schaffen Realität und die Frage war ja nach idealen Vorstellungen. Dies ist meine. ;-)”

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Die konkreteste Idee zur rechtlichen Umsetzung dieser dezentralen Ideen in echte Lebensprojekte, stammt von Unternehmer und Jurist Titus Gebel, einem Vordenker der Idee von Privatstädten, Freigemeinden und Bürgergenossenschaften. Er plädiert für folgendes und setzt sich auch selbst dafür ein:

1. Freie Privatstädte gründen. Gebel führt dazu u.a. Verhandlungen mit der Regierung eines Inselstaats.

2. Freigemeinde in der Schweiz gründen. Erste Vorbereitungen laufen.

3. Bürgergenossenschaften in Deutschland gründen. Auch dazu gibt es bereits laufende Aktivitäten, mehr dazu unter: www.buergergenossenschaft.net oder kontakt@buergergenossenschaft.net

Last but not least hat Ulrike Guérot in Ihrem ganz neu erschienenen, sehr lesenswerten Buch “Wer schweigt, stimmt zu” ein eigenes Kapitel mit Vorschlägen zusammengetragen. So scharfsinnig und entschlossen hat sich bisher kein europäischer Intellektueller geäußert. In diesem Interview bekommt man einen Vorgeschmack:

Klar ist bei alldem: die Debatte darüber, was zu tun ist, hat gerade erst begonnen. Sowohl die Übermüdung mit dem status quo als auch die Entschlossenheit, diesen zu ändern, waren lange nicht so groß, wie jetzt.

Nutzen wir dieses Momentum!


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