„Wie nennt man Dich denn da beim FBI, Virgil?“

Obwohl dieser Blog geradezu für Hochkultur steht, schreibe ich und diskutieren wir hier nur wenig über klassische Kulturthemen. Und wenn, dann über Ärgernisse, über linksgrüne Hegemonie und „Feine Sahne Fischfilet“ und derartigen Müll. Aber heute möchte ich jemanden würdigen, der im Kulturbetrieb Großartiges geleistet hat, und das ist der amerikanische Schauspieler Sidney Poitier, der gerade im Alter von 94 Jahren auf den Bahamas verstorben ist.

Poitier, Sie werden es wissen, hat eine dunkle Hautfarbe, und ausgerechnet die politisch sonst überkorrekte Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt am Morgen in erfrischender Leichtigkeit von einem „Schwarzen“, der als erster in einem Hollywood-Film eine „Weiße“ küssen durfte. Ich nehme an, da kommen heute eine Menge Mails und Tweets an in der Redaktion. Gut so, sollen die Kollegen auch mal erleben, was da draußen für seltsame Leute unterwegs sind…

Sidney Poitier war ein mutiger Mann, der viel für die Überwindung von Ressentiments in der amerikanischen Gesellschaft getan hat. Nicht als Politiker oder Bürgerrechtler, sondern als Schauspieler. Er war einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler mit Filmen wie „Der Schakal“ (1997), „Mörderischer Vorsprung“ (1988) und ganz besonders dem überragenden Film „In der Hitze der Nacht“ (1967) an der Seite von Rod Steiger, der einen Polizeichef im rassistisch geprägten Süden spielt, der fasziniert feststellt, dass schwarze Polizisten aus dem Norden auch was drauf haben. „Wie nennt man Dich denn da beim FBI, Virgil?“ – „Da nennt man mich Mister Tibbs….“ Weltklasse.

Ich verneige mich vor einem überragenden Schauspieler. Ruhe in Frieden, Sidney Poitier!

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