Wir sollten mal wieder miteinander reden, Freunde!

Liebe Leserinnen und Leser,

es sind keine schönen Zeiten, in denen wir leben. Die Corona-Krise, jetzt der Krieg in der Ukraine – das zieht die Gräben in der deutschen Bevölkerung noch tiefer, das verschärft auch den Ost-West-Gegensatz, und Links oder Rechts sind derzeit nur noch marginale Faktoren.

Zwei Lager stehen sich in Deutschland scheinbar unversöhnlich gegenüber. Ich merke das selber, in unserem Freundeskreis, in den Sozialen Netzwerken und auch hier unter Ihnen. Als ich gestern über die zerstörte Holzkirche in der Ukraine schrieb, da wusste ich, dass nun einige meiner Leser den Newsletter abbestellen würden. Das ist auch passiert, wahrscheinlich kommen heute noch ein paar hinzu. Und wir kennen uns ja alle persönlich in den sogenannten alternativen Medien. Und ich habe mit dem konservativen Zeitungsverleger und Freund mal darüber geplaudert, wie viele Abos ihn das kostet, wenn er einen AfD-Vorturner in einem Artikel kritisiert. Und einer der großen Blogger in Deutschland mit einer gewaltigen Community hat mir erzählt, dass einige seiner treuesten Leser und Spender abgesprungen sind wegen seiner Haltung zum russischen Angriff auf die Ukraine.

Das ist hier auch so. Aber ich darf Ihnen versichern, es ist auch keine große Welle, die über uns hinwegschwappt. Abbestellungen heute morgen? Nicht einmal 10 bisher. Bei einer vierstelligen Zahl an Beziehern meines Newsletters. Auf Facebook habe ich in den vergangenen drei Monaten ungefähr 150 bisherige „Freunde“ oder „Follower“ verloren. Von 8500 insgesamt. Ich finde es schade um jeden Einzelnen, außer die zwei, drei, die persönlich und beleidigend werden.

Warum ist das so? Warum fällt es uns augenscheinlich immer schwerer, andere Meinungen zu ertragen, auch wenn man sie nicht zu teilen vermag.

Ich denke immer mal wieder in diesen Tagen an eine gute Freundin aus Ostdeutschland, die mir vor drei Jahren bei einem Kaffeetrinken in Erfurt an den Kopf knallte, ich sei „ein CDU-Weichei“. Ich hoffe, dass sie das nicht böse meinte. Und jetzt ist dieselbe Freundin empört, weil ich beim Thema Ukraine-Krieg eine klare und kompromisslose Haltung an der Seite der Angegriffenen vertrete. Auch das muss man ja nicht teilen, aber offenbar ist es schon schwer, sich mit der Sichtweise der anderen Seite auseinanderzusetzen.

Ergo: Wir müssen miteinader ins Gespräch kommen. Wir müssen zivilisiert streiten, aber auch zusammenhalten. Dieser Blog, Ihr Blog, besteht seit bald zehn Jahren. Er ist einer der ältesten im bürgerlich-konservativen Bereich, und ich freue mich, wie viel Diskussion in unserem Forum seit zehn Jahren stattfindet, und wie viele Stammleser auch aus der Anfangszeit es noch immer gibt. Und ich sehe natürlich auch, welche bekannten Leser und Diskutanten sich plötzlich zurückziehen.

Bei unserem alljährlichen Netzwerktreffen ist eine Gelegenheit zum Austausch. Die „7. Vollversammlung der wahren Schwarmintelligenz“ wird vom 28. bis 30. Oktober in Bayern stattfinden. (Kostenlose und unverbindliche Registrierung über Mail mit Namen, Vornamen und Wohnort an kelle@denken-erwuenscht.com)

Aber ich würde gern auch mit Ihnen einmal virtuell über diesen Blog, die ersten zehn Jahre und die Zukunft diskutieren. Unter uns. Per Zoom. Wer Lust hat, dabei zu sein – bitte schreiben Sie mir: kelle@denken-erwuenscht.com.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

 

Der Beitrag Wir sollten mal wieder miteinander reden, Freunde! erschien zuerst auf Denken erwünscht – der Kelle-Blog.

FreeSpeech

FreeSpeech.international - Texte und Cartoons zur Meinungsfreiheit